Vom Rohstoff bis zum Konsumenten unterstützt GS1 Germany Kunden bei der Optimierung von Logistikprozessen.
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Supply Chain Management  |  09.03.2016

Gebündeltes Know-how für den Weg zum Konsumenten

Den Warenfluss ganzheitlich betrachten: Diesem Thema widmet sich das zum Jahresanfang 2016 ins Leben gerufene Competence Center Supply Chain Management (CC SCM) von GS1 Germany.

Lean and Green

Lean and Green

Weitere Informationen zu Lean and Green gibt es hier

Supply Chain Management – kurz SCM – befasst sich ganzheitlich mit Warenflüssen vom Rohstoff über Vorprodukte, Verarbeitung und Handel bis hin zum Konsumenten. Die Beispiele„Lean and Green“, „Mehrwegtransportverpackungen“ und„Palettenschein“zeigen, wie es GS1 Germany gemeinsam mit den jeweiligen Prozessbeteiligten gelingt, Logistikprozesse zu optimieren.

Zertifikat für umweltfreundliche Logistik 

Im Rahmen der Non-for-Profit-Initiative „Lean and Green“ zeichnet GS1 Germany Unternehmen aus, die erfolgreich eine Reduzierung ihres CO2-Ausstoßes um mindestens 20 Prozent in ihren Lager- und Transportprozessen umgesetzt haben. Ausgangspunkt für die Zertifizierung ist die Einreichung eines Aktionsplans, der auf Basis der von Lean and Green vorgegebenen Kriterien für die Berechnung des CO2-Fußabdrucks zu erarbeiten ist. Auf Grundlage dieser Berechnung ist die Entwicklung der Maßnahmen für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen weitgehend dem einreichenden Unternehmen überlassen. Die Prüfung des Aktionsplans erfolgt durch den TÜV Nord im Auftrag von GS1 Germany. Im ersten Schritt werden erfolgreiche Unternehmen mit dem „Lean and Green Award“ ausgezeichnet.

ECR Tag 2016

ECR Tag 2016

Der größte deutsche Branchentreff mit über 60 Vorträgen und mehr als 80 Top-Referenten findet am 21./22. September 2016 im Estrel Congress und Messe Center in Berlin statt. Weitere Informationen unter www.ecrtag.de.

Erstmalig wird auch im Jahr 2016 der „Lean and Green Star“ an die ersten Unternehmen verliehen. Es handelt sich um eine Auszeichnung, die passend zum Leitziel der Initiative an ein besonders hohes Maß von Nachhaltigkeit gekoppelt ist: Das Unternehmen muss seine im Aktionsplan entwickelten Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen innerhalb von maximal fünf Jahren umsetzen. Ist dies der Fall, wird das Unternehmen für den Lean and Green Star nominiert. Die Umsetzung wird durch den TÜV Nord in einem Audit geprüft. Nachdem in den vergangenen Jahren bereits mehrere Unternehmen mit dem Lean and Green Award ausgezeichnet wurden (das Magazin Standards berichtete), wird der „Star“ erstmals auf dem Handelslogistik-Kongress LOG 2016 sowie beim ECR Tag 2016 verliehen.

Branchenstandard Mehrweg 

Sogenannte Fast Moving Consumer Goods (FMCG), also in erster Linie Dinge des täglichen Bedarfs, werden sehr häufig in Kartonagen an den Handel verschickt. Allerdings verursachen Kartonverpackungen, die nur ein einziges Mal verwendet werden, hohe Kosten – vom Ressourcenverzehr ganz zu schweigen. Jetzt haben sich Konsumgüterhersteller und Unternehmen aus dem FMCG-Einzelhandel auf der neutralen Plattform von GS1 Germany auf den Weg gemacht, dies zu prüfen. Ziel ist es, Prozesse, Material- und Informationsflüsse für ein logistisch genutztes Mehrwegsystem zu definieren. Für einen Test mit Schwerpunkt im Drogeriesortiment wurden im Vorfeld Pilotvarianten definiert und aus dem Bestandssortiment zwei Behälter sowie mehrere Varianten der Lieferbeziehungen ausgewählt. Erste Ergebnisse des Testlaufs werden noch im Frühjahr 2016 erwartet. Der Geschäftsführer von GS1 Germany, Jörg Pretzel, erklärt: „Wenn dieser Pilot die prognostizierten Ergebnisse bestätigt, dann ist eine Ausweitung auf andere Warengruppen wie etwa auf das Trockensortiment denkbar. Erklärtes Ziel aller Beteiligten ist es, einen erfolgreichen Best-Practice-Ansatz für ein unternehmensübergreifendes Mehrwegsystem zur Handelsbelieferung zu schaffen.“

Kooperatives und effizientes Ladungsträgermanagement 

Transportpaletten sind ein Musterbeispiel dafür, wie sich der Einsatz von Ladungsträgern nachhaltig ausgestalten lässt – ganz einfach durch eine ressourcensparende Mehrfachverwendung. Dennoch verursacht der Einsatz von Paletten oft ganz beträcht-liche Sach- und Administrationskosten. Zum Beispiel, wenn sie leer zum Versender zurückgeschickt werden. Vor allem aber, wenn die Tauschprozesse nicht zwischen den beteiligten Parteien – Absender, Empfänger und Logistikdienstleister – abgestimmt sind. Die Synchronisation dieser Prozesse vermeidet Diskussionen. Zur Verbesserung arbeitet eine Projektgruppe von GS1 Germany derzeit aneiner Standardisierung der hierfür eingesetzten Dokumentationen.Palettenscheine werden zwar heute schon genutzt, besitzen aber verschiedene Funktionen und werden in der Praxis mit unterschiedlicher rechtlicher Qualität eingesetzt. Diemeist proprietären Lösungen führen zunehmend zu Unstimmigkeiten an den Schnittstellen. Als sogenanntes Beweispapier dient der Palettenschein lediglich dazu, eine einheitliche Dokumentation über Tausch und Nichttausch von Paletten zu ermöglichen.

Die zweite Funktion ist eine „wertpapierähnliche“ und erlaubt es, den Schein zu einem späteren Zeitpunkt beim Schuldner einzulösen.Ziel der Projektgruppe ist es, dass der Schuldner zukünftig den GS1 Palettenschein nutzt und dass mehr Klarheit mit Blick auf Rechte und Pflichten herrscht. Darüber hinaus ist es erklärtes Ziel, dass der Schein auch zirkulationsfähig wird. Er soll übertragbar sein, sodass er – mit Zustimmung des Schuldners – auch von Dritten eingelöst werden kann. Dies ist einwesentlicher Schritt zu einem kooperativen und effizienten Ladungsträgermanagement.Zusätzlich zum Palettenschein in Papierform arbeitet GS1 Germany auch an der digitalen Umsetzung seiner Funktionen.

Vernetzt denken

Thomas Niebur leitet das neue CC SCM von GS1 Germany.

STANDARDS: Herr Niebur, welches Ziel haben Sie sich beim CC SCM für die nähere Zukunft gesteckt

Thomas Niebur: GS1 Germany besitzt weitreichende Expertise im Supply Chain Management, was einer Vielzahl von Branchen zugute kommt. Gleichzeitig sind auch Lieferketten und Logistikprozesse etwas, das viele – um nicht zu sagen alle – Branchen betrifft. Da ist es für einen beratenden Dienstleister wie uns in der Tat äußerst hilfreich, das Know-how unserer Experten an einer zentralen Schnittstelle zu bündeln. Genau diese Schnittstelle wird durch das neue CC SCM gebildet. Das wichtigste Ziel, das hinter der Gründung des Competence Centers steht, lautet also: Unterstützung für unsere Kunden aus einer Hand.

STANDARDS: Wo sehen Sie im Moment den inhaltlichen Schwerpunkt Ihrer Arbeit?

Thomas Niebur: Logistikprozesse verändern sich, die Anforderungen steigen stetig. Die Gestaltung flexibler Lieferketten bis hin zu Wertschöpfungsnetzwerken stellt alle Branchen vor viele neue Herausforderungen. Die Rollen der Beteiligten verändern sich und Funktionen erhalten eine viel größere Bedeutung. Hier möchten wir über das CC SCM den steigenden Marktanforderungen Rechnung tragen und einen branchenübergreifenden Know-how-Transfer sicherstellen. Flexible Technologien und die Interoperabilität von spezifischen Lösungen sind die Grundvoraussetzung, um „funktionierende Partnerschaften“ einzugehen.

STANDARDS: Geht GS1 Germany jetzt nach Gründung des Competence Centers ganz anders an das Thema Supply Chain Management heran als zuvor?

Thomas Niebur: Sicherlich nicht! Unsere Überzeugung lautet auch weiterhin: Nur wenn alle Partner in der Supply Chain eng zusammenarbeiten und ihre Prozesse aufeinander abstimmen, gelangt die Ware effizient zu ihrem Bestimmungsort. Durch die Gründung des Competence Centers ist GS1 Germany in der Lage, diesen notwendigen, branchenübergreifenden Transfer gemeinsam mit seinen Kunden sicherzustellen.

Foto: Ian Lishman/corbis.com
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