Krankenhauslogistik: Die Versorgungskette muss lückenlos aufgebaut sein.
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Healthcare  |  03.06.2015

Eindeutigkeit ist Pflicht

Dank Barcode und Scanner lassen sich Medizinprodukte schnell identifizieren. Das schafft Sicherheit für Patienten und Mitarbeiter. Zudem gelten ab Oktober besondere Pflichten.

Im Krankenhaus ist kein Platz für Missverständnisse. Das Ziel der Versorgungskette lautet: das richtige Produkt – auf dem richtigen Weg – in der richtigen Menge – zur richtigen Zeit – beim richtigen Patienten. Hier gibt es keine Toleranz. Eindeutigkeit ist Pflicht. Viele Menschen denken jetzt spontan an Arzneimittel. Jeder will die zu seiner Person und seinem Krankheitsbild passenden Pillen verschrieben bekommen. Doch Eindeutigkeit ist auch im Umfang mit Medizinprodukten wie Kniegelenken, Bandscheibenprothesen oder Herzschrittmachern ein Muss. 

Auch Patienten mit künstlichem Kniegelenk sollen rasch ermittelbar sein.

Das sieht auch der Gesetzgeber so: Besondere Informationspflichten bei implantierten Medizinprodukten schreibt ab Oktober die Verordnung zur Regelung der Abgabe von Medizinprodukten und zur Änderung medizinprodukterechtlicher Vorschriften unter anderem vor. Patienten sollen künftig im Falle eines Produktrückrufs innerhalb von drei Werktagen ermittelt werden können. Rückverfolgbarkeit ist das oberste Gebot im Gesundheitswesen. Eine präzise Referenz zu den Produkten stellen die Identifikationsnummern dar, die in den Barcodes verschlüsselt werden. Diese Kombination aus überschneidungsfreiem GS1 Nummernsystem und GS1 Barcodes funktioniert ohne manuelle Eingriffe über Unternehmensgrenzen hinweg – also weltweit. Es gilt die Regel: ein Produkt – eine eindeutige Nummer. Der Barcode kann folgende Informationen tragen: Artikel- und Herstellernummer, Verfallsdatum, Los- und Chargennummer sowie weitere Daten. Die im Barcode enthaltenen Daten stehen über das Erfassen mittels Scanner in Sekundenschnelle zur Verfügung. Voraussetzung dafür ist, dass die Daten zum jeweiligen Produkt in der Materialwirtschaft hinterlegt und für die weiteren Prozesse wie Dokumentation und Beschaffung steuerbar gemacht wurden. 

„Das Klinikum kann die Verordnung zur Regelung der Abgabe von Medizinprodukten ohne größeren Mehraufwand umsetzen.“ 

Herbert Egle, Prozessmanager Materialwirtschaft Universitätsklinikum ­Freiburg

Ein Haus, das seine logistischen Prozesse frühzeitig mithilfe von Barcodes-Scanning steuert, ist das Universitätsklinikum Freiburg. Herbert Egle, Prozessmanager Materialwirtschaft, erklärt: „Aktuell verfügen wir allein im medizinischen Sachbedarf über rund 15.000 auf dem EAN/GTIN-Barcode hinterlegten Stammdatensätzen.“ Die Standards ermöglichen eine lückenlose Rückverfolgbarkeit von Produkten und Informationen. Damit dienen sie primär der Sicherheit von Patienten und Mitarbeitern. Diese Weitsicht macht gelassen für kommende Herausforderungen: Laut Egle kann das Klinikum die Verordnung zur Regelung der Abgabe von Medizinprodukten „ohne größeren Mehraufwand umsetzen“.   

Fotos: alarico73 - fotolia.com, bluedesign - fotolia.com
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