Der Excel-Wahn in der DIY-Branche ist noch immer nicht vorbei.
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Stammdaten  |  15.09.2016

Den Nagel auf den Kopf getroffen

Nein, er ist noch immer nicht vorbei: Der Excel-Wahn in der DIY-Branche. Rund eineinhalb Jahre nach dem Start der Stammdateninitiative von GS1 Germany wird deutlich: Die Unternehmen müssen ihre Prozesse zum Teil neu definieren, um eine ausreichende Datenqualität zu gewährleisten.

Seit Jahrzehnten ist in der Bau- und Gartenmarktbranche der Austausch von Excel-Dateien mit Produktdaten üblich – zeitaufwendig und fehleranfällig, ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Andererseits erwarten die zunehmend kritischen Konsumenten, dass verlässliche, transparente und aktuelle Produktinformationen jederzeit auf allen Kanälen zur Verfügung stehen. Um die Branche dabei zu unterstützen, fit für das Multichannel-Geschäft zu werden, startete im Frühjahr 2015 unter dem Dach von GS1 Germany eine breit angelegte Produktdaten-Umsetzungsinitiative. Führende DIY-Händler und Hersteller einigten sich darauf, Produktinformationen künftig standardisiert über den Datenpool von 1Worldsync auszutauschen. Wichtigster Vorteil: Die Hersteller müssen ihre Stammdaten nur einmal bereitstellen und aktualisieren. Alle angebundenen Handelspartner, ob stationär oder online, können dann in Echtzeit auf die neuesten Informationen zugreifen.So erklärt Michael Schlingmann, Leiter IT & Organisationsentwicklung bei der Tapetenfabrik Rasch: „Wir haben uns ganz bewusst für die Veröffentlichung unserer Stammdaten im Global Data Synchronization Network GDSN mit 1Worldsync entschieden. Diese Plattform ermöglicht es uns, Artikeldaten an unsere Kunden zu geben, ohne manuell aufwendig individuelle Excel-Tabellen zu pflegen.“

Rund eineinhalb Jahre nach dem Start der Produktdaten-Initiative hat sich allerdings auch herauskristallisiert, dass viele Unternehmen noch Nachholbedarf haben. Um den Einstieg in den elektronischen Datenaustausch zu erleichtern, hat GS1 Germany die nächste Stufe der DIY-Stammdateninitiative gezündet. Unter anderem wurde ein Schulungskonzept entwickelt, das genau auf die Herausforderungen der DIY-Branche abgestimmt ist.

"Die Potenziale des elektronischen Stammdatenaustauschs lassen sich nur dann voll ausschöpfen, wenn möglichst viele Unternehmen sich beteiligen."

Tobias M. Koerner, Vice President Global Sales Husqvarna Group – Gardena Division

Rundum positive Erfahrungen

Der Gartenbedarf-Hersteller Gardena war von Anfang an Partner der DIY-Initiative und konnte seine Stammdatenqualität auf der Basis der GS1 Standards bereits auf 100 Prozent erhöhen. Tobias M. Koerner, Vice President Global Sales Husqvarna Group – Gardena Division, resümiert: „Die Potenziale des elektronischen Stammdatenaustauschs lassen sich nur dann voll ausschöpfen, wenn möglichst viele Unternehmen sich beteiligen. Der Nutzen rechtfertigt den Aufwand in mehrfacher Hinsicht. Mit der Qualität der Stammdaten steigt die Effizienz der internen Unternehmensprozesse und der gesamten Wertschöpfungskette.“

Foto: Getty Images
GS1 Germany
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