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GS1 UK  |  13.09.2016

Unser Mann in London

Das Ergebnis des EU-Referendums hat viele überrascht. Am meisten vermutlich die Briten 
selbst. Doch hinterher ist man auch nicht viel klüger, gesteht Gary Lynch, CEO GS1 UK.

Am 23. Juni 2016 hat das Vereinigte Königreich entschieden, die Europäische Union zu verlassen. Im Augenblick glaube ich nicht, dass diese Entscheidung unmittelbare Auswirkungen auf unsere Arbeit bei GS1 UK hat. Aber da es das erste Mal ist, dass ein Land diesen Prozess durchläuft, wissen wir noch nicht genau, was uns erwartet. Klar ist: Falls der Aus-tritt unsere Kunden und die Wirtschaft im Vereinigten Königreich positiv oder negativ beeinflusst – wann auch immer ein Austrittsgesuch nach Artikel 50 des Vertrags von Lissabon gestellt wird –, dann wird dies mit Sicherheit auch uns betreffen. Aber um ehrlich zu sein: Solange Artikel 50 nicht greift, weiß niemand, wie genau die Folgen aussehen. Es ist einfach noch zu früh, um das zu beurteilen.

Es lebe die Vielfalt

Was GS1 UK betrifft, so werden wir auch weiterhin eine aktive Rolle bei GS1 in Europa spielen. Ich bin überzeugt davon, dass wir als Organisation erheblich davon profitieren, in einem multinationalen und multikulturellen Umfeld zu arbeiten.  Es ist gut, dass wir bei uns zahlreiche Kollegen aus Ländern rund um den Globus beschäftigen, darunter Australien, Belgien, Bulgarien, Griechenland, Jamaika, Nepal, Neuseeland, Südafrika und Spanien. Dadurch ist die Bandbreite sehr groß. Und ich hoffe, dass dies auch noch lange so bleibt.

EU-Förderprojekt NexTrust

Vor etwas über einem Jahr startete die von der Europäischen Kommission geförderte Initiative NexTrust. Ihr Zweck ist es, die Logistik in Europa mithilfe von vernetzten und verlässlichen Kooperationsnetzwerken entlang der gesamten Lieferkette effizient und nachhaltig zu gestalten. Unter den 31 Mitgliedern des Konsortiums sind Unternehmen aus Industrie, Handel und Logistik sowie die GS1 Organisationen für Deutschland, die Schweiz sowie Belgien & Luxemburg. Die Initiative blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück: In den ersten zwölf Monaten wurden in Pilotprojekten zum Thema Full Truck Load (FTL) insgesamt 4.733 kollaborative Möglichkeiten der Verkehrsbündelung und 20.000 Umlademöglichkeiten für den kombinierten Verkehr in Europa identifiziert. Dabei wurden auch Routen in Großbritannien berücksichtigt.

Die Wissenschaftler berechneten für jedes Pilotprojekt mit präzisen Instrumenten die Treibhausgas-Emissionen. Um die Effizienz von Geschäftsprozessen in den Pilotprojekten zu verbessern, setzt NexTrust auf die internationalen und in der Logistik erprobten GS1 Standards. Die Pilotprojekte sind in verschiedenen Branchen angesiedelt und bilden einen großen Bereich der Lieferkette ab – vom Rohmaterial bis zum Endprodukt im Einzelhandel und dem Endkonsumenten. Im nächsten von drei Schritten soll der Roll-out dieser Pilotprojekte konkret vorbereitet werden, ehe die Umsetzung beginnt. Erste Ergebnisse werden für diesen Herbst erwartet. Die Erwartungen sind hoch: So rechnet NexTrust unter anderem mit 50 Prozent mehr Auslastung der Transportmittel und 70 Prozent weniger CO2-Emissionen. 
Weitere Informationen: www.nextrust-project.eu

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