Cyber Monday und Black Friday läuten insbesondere für den E-Commerce das Kernweihnachtsgeschäft ein
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E-Commerce  |  02.12.2015

Online-Run auf Weihnachten

E-Commerce und Online-Handel boomen. Das alljährliche Weihnachtsgeschäft ist dabei ein überaus starker Treiber. In ihrem Gastbeitrag erläutert Andrea Kurtz, Chefredakteurin von Business:Handel, aktuelle Zahlen, Fakten und die Einschätzung der Experten.

Autorin

Autorin

Andrea Kurtz
Ehem. Chefredakteurin
Business:Handel

Cyber Monday und Black Friday, so werden die beiden Aktionstage genannt, die, wie Experten vermelden, auch in Deutschland insbesondere für den E-Commerce das Kernweihnachtsgeschäft einläuten und sich durch teils deutliche Preisreduktionen auszeichnen. In diesem Jahr fielen sie auf den 23. und 27. November.

Für das Black Friday-Wochenende 2015 erwarteten die Marktforscher von RetailMeNot, dem weltweit größten Marktplatz für digitale Angebote und darüber hinaus Betreiber von deals.com in Deutschland, ein Umsatzwachstum von 16,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr sowie Online-Einnahmen von insgesamt 924 Millionen Euro. Während des gesamten Weihnachtsgeschäfts 2015 werde der deutsche Einzelhandel über 74 Milliarden Euro umsetzen, wie RetailMeNot ermittelt hat. Das wären 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr

Mehr Wachstum als anderswo

Mit der genannten Wachstumszahl liegt Deutschland deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 1,8 Prozent. Die großen Umsatztreiber sind dabei der Online- und der mobile Handel. Das stationäre Geschäft hierzulande muss sich hingegen auf einen Rückgang der Einnahmen um 0,6 Prozent auf 60,1 Milliarden Euro gefasst machen. Die Online-Umsätze am Black Friday 2014 sind im Vergleich zu den „gewöhnlichen“ Freitagen im Jahr um 64 Prozent gestiegen, analysiert auch Dan Wagner, der die Shoppingplattform PowaTag aufgebaut hat und einen deutlichen Blick auf die Umsatzzahlen des Bezahldienstes Klarna geworfen hat. „Das gesteigerte Interesse am Online-Shopping am Black Friday wird der wachsenden Aufmerksamkeit in den Medien und auch dem veränderten Konsumentenverhalten zugeschrieben“, so Dan Wagner. „Stationäre Einzelhändler hingegen riskieren es, Umsatzmöglichkeiten zu verpassen, wenn sie sich dem Trend nicht anschließen und ihren Kunden besondere Rabatte bieten.“

Herausforderung für die Anbieter

Die Vorzeichen stehen also gut. „Bliebe das diesjährige Weihnachtsgeschäft allein auf Vorjahresniveau, so wird die zu Beginn des Jahres 2015 aufgestellte Umsatzprognose für den gesamten interaktiven Handel von 51,6 Milliarden Euro und für den E-Commerce von 46,9 Milliarden Euro bestätigt“, erklärt Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (BEVH). „Sollte das Weihnachtsgeschäft 2015, in Anbetracht der positiven Gesamtentwicklung der Branche, wie erwartet wachsen, so wird die Prognose sogar noch übertroffen werden.“

Abgesehen von unabhängigen Online-Händlern wie Amazon generieren Unternehmen Umsätze über die Plattform www.blackfridaysale.de, betrieben von der Black Friday Sale-Initiative. Die Website listet alle verfügbaren Angebote deutscher Einzelhändler auf, die direkt von der Plattform aus zugänglich sind. Dieses Jahr arbeitete die Black Friday Sale-Initiative mit mehreren hundert Marken und Online-Shops zusammen, darunter Samsung, Limango, Hewlett Packard und Zalando. Etwa 4,5 Millionen Shopper besuchten die Websites der Black Friday GmbH zwischen Black Friday und Cyber Monday. 2013 haben sich demgegenüber 1,2 Millionen Shopper durch die Angebote geklickt und 2014 waren es mehr als 2 Millionen, die die Website besuchten. „Einzelhändler müssen den Markt besonders am Black Friday sehr genau beobachten und für Käufer den mühelosen Zugang zu Angeboten maximieren. Darüber hinaus gilt es, auf jede Kundenanfrage schnell zu reagieren“, betont Peter Vesco, CEO Nemea von Powa Technologies. „Heutzutage wollen Konsumenten sich nicht erst im Geschäft in der Fußgängerzone mit einem Produkt beschäftigen. Vielmehr möchten sie, egal wo, egal wann und mit nur einem Klick, alle Informationen zum Artikel vor sich haben.“

Foto: © Style-Photography, Barbara-Maria Damrau, Tashka2000/Fotolia.com
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