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Mobile Payment  |  25.07.2016

Mütter machen's vor

Männlich, ledig, Mitte 20 – so hat man sich bislang den typischen Nutzer von mobilen Bezahllösungen vorgestellt. Doch eine Nielsen-Studie für GS1 Germany ergab: In Zukunft müssen die Mobile Payment Anbieter eine Zielgruppe ins Auge fassen, mit der bisher kaum jemand gerechnet hat.

Sandra Bräunlein-Reuss

Sandra Bräunlein-Reuss

Client Business Partner Consumer Insights, The Nielsen Company

Client Business Partner Consumer Insights, The Nielson CompanySchnell die letzten Einkäufe in die Tasche gepackt, kurz das Smartphone gezückt – fertig. Wie einfach das berührungslose Bezahlen mit dem Smartphone ist, hat GS1 Germany mit Partner ein Jahr lang beim Projekt NFC City Berlin (Near Field Communication) demonstriert. Zum Abschluss des Projektes befragte das Marktforschungsinstitut Nielsen in einer repräsentativen Studie für GS1 Germany mehr als 1.000 deutsche Smartphone Nutzer, ob und warum sie mobile Bezahllösungen nutzen. Die Studie liefert wertvolle Hinweise, auf wen sich die Anbieter in Zukunft fokussieren sollten. 

Teil des Lifestyle

Dabei kam heraus, dass der typische Mobile Payment Nutzer der Zukunft ganz anders aussieht als bisher gedacht: Es sind vor allem zahlungskräftige berufstätige Mütter Anfang 40. „Auf Basis der aktuellen Nutzerstrukur lag unsere Hypothese für die Zukunft eher bei männlich, ledig, 25“, zeigt sich Ercan Kilic, Leiter Mobile Commerce + Financial Services bei GS1 Germany, überrascht und liefert eine Erklärung hinterher. „Mobile Payment ist stark Lifestyle-abhängig. Die Work-Life-Balancer sind daher vorn.“Denn das mobile Bezahlen passt perfekt zum Lebensstil der „Familienmanagerinnen“: Sie sind viel unterwegs, gehen überdurchschnittlich häufig einkaufen und nutzen das Smartphone ganz selbstverständlich. Deshalb rät Sandra Bräunlein-Reuss, Client Business Partner Consumer Insights bei Nielsen, den Mobile Payment Anbietern, sich nicht auf den Beweis von Sicherheit und Einfachheit zu fokussieren. „Vertraute Zahlmethoden werden generell als sicherer eingestuft als neue. Wer neue Mobilzahler gewinnen möchte, sollte sich in der Kommunikation auf echte Mehrwerte sowie die Zielgruppen mit den größten Potenzialen und ihre Lebensweise konzentrieren.“

"Mobile Payment ist stark lifestyle-abhängig. Die Work-Life-Balancer sind daher vorn."

Ercan Kilic, Leiter Mobile Commerce + Financial Services bei GS1 Germany

"Wer neue Mobilzahler gewinnen möchte, sollte sich in der Kommunikation auf echte Mehrwerte konzentrieren." 

Sandra Bräunlein-Reuss, Client Business Partner Consumer Insights bei Nielsen

Einfach gut

Die repräsentative Studie fragte auch nach aktuellem und künftigen Nutzungsverhalten sowie Bekanntheit, Vorteilen und Hindernissen von Mobile Payment (siehe Grafiken). Wesentliche Ergebnisse: 12 Prozent nutzen das Verfahren schon, immerhin 41 Prozent können es sich für die Zukunft vorstellen. Ihr Hauptargument: das Verfahren ist einfach, praktisch und modern. Dagegen hält mangelndes Vertrauen viele Menschen vom mobilen Bezahlen ab. 70 Prozent derjenigen, die sich nicht vorstellen können, mit dem Smartphone zu bezahlen, fanden Mobile Payment gefühlt zu unsicher. Dass das Bezahlen mit dem Handy einfach ist, bestätigen selbst die Zweifler: Nur 19 Prozent finden es zu kompliziert. Die vollständige Studie wird auf der Mobile in Retail Conference am 25./26. Oktober 2016 in Berlin vorgestellt. 

Auszüge der Studie stehen kostenlos zum Download zur Verfügung unter www.gs1-germany.de/gs1-solutions/mobile-commerce/mobile-payment.

 

 

Bilder: GS1 Germany
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