Im Rahmen des Warehouse Quick Checks prüfen zwei erfahrende Experten von GS1 Germany Ihre logistischen Prozesse
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Logistik  |  11.04.2016

Haufenprinzip oder Logistik 4.0?

Sie glauben, Ihre Logistik ist up to date? Machen Sie die Probe aufs Exempel mit einem Warehouse Quick Check. Oliver Püthe, Senior Branchenmanager Logistik bei GS1 Germany, gibt Tipps, mit denen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen ihr Lager digitalisieren können.

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Oliver Püthe
Senior Branchenmanager Logistik
puethe(at)gs1-germany.de
Tel.: +49 (0)221 947 14-409

Sie haben das Haufenprinzip erfolgreich überwunden, Ihr Lager ist gut strukturiert und Ihre Infrastruktur nicht älter als 10 Jahre? Das ist sehr gut, denn dann ist Ihre Logistik sicher kein hoffnungsloser Fall. Aber die Digitalisierung schreitet sehr schnell und mit großen Schritten voran und Logistik 4.0 ist schön längst kein Modebegriff mehr. Vor diesem Hintergrund spielt Prozesseffizienz und Prozesstransparenz eine immer wichtigere Rolle und vermutlich sollten auch Sie Ihre Abläufe mal wieder etwas genauer unter die Lupe nehmen lassen.

Man kann immer etwas besser machen

Darum kommen an dieser Stelle fünf Tipps, mit denen Sie Ihr Warehouse schnell auf Vordermann bringen.

Fünf Tipps zur Optimierung Ihres Warehouses

Tipp Nr. 1: Verbessern Sie die Genauigkeit in der Kommissionierung durch Scanning der GTIN
Klar, dass so ein Tipp von GS1 Germany kommen muss! Aber was liegt näher als im Kommissionierprozess gegen die Artikelnummer zu referenzieren? Ganz genau: überhaupt gar nichts! Und dennoch fragt man sich, warum im Kommissionierprozess so häufig der Lagerplatz gescannt wird, um zu referenzieren, ob sich der Mitarbeiter am richtigen Ort befindet. Sicher ist das eine Möglichkeit die auch Fehler vermeidet, aber 100 prozentige Sicherheit erreichen Sie nur durch das Scannen der Artikelnummer! 

Tipp Nr. 2: Führen Sie eine abc-Analyse für alle Ihre Produkte durch
Analysieren Sie mit Hilfe der abc-Verteilung die Umschlagshäufigkeit Ihrer Produkte und hinterfragen Sie auf diese Weise, ob die gewählte Lagerstruktur sinnvoll festgelegt wurde. Häufig ist es doch so, das 20 Prozent der Artikel für 80 Prozent der Bewegungen im Lager verantwortlich sind und das trotzdem alle Artikel in ein und demselben Regal lagern. Warum existieren keine Lagerplätze für Schnelldreher oder warum existiert nicht die Möglichkeit, Paletten direkt vom Wareneingang in den Warenausgang durchzuschieben?

Tipp Nr. 3: Setzen Sie konsequent auf den Einsatz von Scannern
Sie setzen noch auf Handgeschriebenes, wenn auch nur in Randprozessen wie z.B. dem Wareneingang oder dem Warenausgang? Dann sollte die Frage erlaubt sein, wieviel Zeit Ihre Mitarbeiter aufwenden, um sich immer wieder mit neuen Arbeitsaufträgen zu versorgen. Jeder Gang des Mitarbeiters ins Wareneingangs- oder Warenausgangsbüro kostet unnötig Zeit, die deutlich effizienter eingesetzt werden kann. 

Tipp Nr. 4: Vermindern Sie Inventurdifferenzen durch einen permanenten Prozess
Die Jahresinventur ist ein Überraschungspaket, das Ihnen das Ergebnis verhageln kann? Dem Risiko sollten Sie sich in keinem Fall aussetzen. Bleiben Sie ständig am Ball und sorgen Sie mit kleinen aber wirksamen Maßnahmen für mehr Bestandssicherheit. Führen Sie zum Beispiel eine wöchentliche Leerplatzinventur durch, zählen Sie monatlich ein bis zwei Prozent zufällig ausgewählte Lagerplätze und setzen Sie zusätzlich auf eine Nulldurchgangsinventur in der Kommissionierung. 

Tipp Nr. 5: Stellen Sie Ihre Lieferanten auf GS1 Standards um und nutzen Sie im Wareneingang EDI DESADV 
Bei der Warenvereinnahmung können Sie viel Zeit sparen, wenn Sie die Anlieferungen vorab avisiert bekommen und bei der Kontrolle direkt gegen das Avis in Ihrem Lagerverwaltungssystem (LVS) prüfen können. Diese gängige Praxis des deutschen Handels ermöglicht es Ihnen, Lieferabweichungen sehr schnell zu erkennen, Beschädigungen transparent zu dokumentieren und Annahmeverweigerungen umgehend zurückzumelden.

Optimieren ist wie Rudern gegen den Strom: Wer aufhört, fällt zurück!

Wie Sie sehen: Logistische Prozesse sind nie optimal und schlank genug gestaltet, und eigentlich gibt es immer etwas zu verbessern. Und genau aus diesem Grund ist der neutrale Blick von außen so wertvoll. „A fresh pair of eyes“, wie der Engländer sagt, ist in vielen Fällen wirklich Gold wert. Im Rahmen des Warehouse Quick Checks prüfen zwei erfahrende Experten von GS1 Germany Ihre logistischen Prozesse und zeigen Ihnen, wo Sie sich noch verbessern können. Sie denken wir finden nichts? Das spornt uns an, denn wir haben eine gut geschulte Nase!

Sie bekommen genau das, was Sie bestellt haben

Zwei Experten, zwei komplette Tage bei Ihnen vor Ort und ein sehr gut organisierter Beratungsprozess bestehend aus insgesamt vier Schritten, das ist, was Sie mit dem Warehouse Quick Check buchen. Wir besichtigen Ihr Lager sehr detailliert entlang des Warenflusses, sprechen mit Ihren Führungskräften, Schichtleitern und Mitarbeitern auf der Fläche. Jeder Mensch nimmt jeden Tag Dinge wahr, die man verbessern kann. Die Ergebnisse kombinieren wir mit unseren eigenen Beobachtungen und fassen die Erkenntnisse aus dem „Warehouse Walk“ in der „Finding  Session“ zusammen. Diesen Schritt nutzen wir außerdem, um Ihre Prozesse im Detail zu verstehen und detailliert zu hinterfragen. Außerdem halten wir Ihre Abläufe gegen die GS1 Prozessstandards. Am zweiten Tag dokumentieren wir den Ist-Prozess, erarbeiten gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern den Soll-Prozess und identifizieren so die wesentlichen Ansatzpunkte für Prozessverbesserungen. Die Top fünf Verbesserungsvorschläge halten wir in einer Aktionsliste fest und definieren gemeinsam mit Ihnen die notwendigen Maßnahmen.

Sie möchten wissen, worauf wir bei unserer Analyse achten?

Natürlich auf so viel wie möglich! Und genau aus diesem Grund sind wir auch immer mit zwei erfahrenen Beratern vor Ort. Vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei und zwei kreative Köpfe können sich zusätzlich austauschen und gute Ideen generieren. 

Ganz konkret achten wir darauf:

  • Setzen Sie GS1 Standards ein oder kann der Einsatz unserer Standards Ihre Prozesse schlanker gestalten?
  • Laufen Ihre Prozesse im Lager scannergestützt ab oder kommen an bestimmten Stellen papierbehaftete Belege zum Einsatz? Und wenn ja, verursachen sie einen Bruch im Prozess oder muss der Mitarbeiter unnötige Laufwege in Kauf nehmen, um sich mit neuen Arbeitsaufträgen zu versorgen?
  • Ist ihr Lager homogen belegt oder gibt es Regallücken, die darauf schließen lassen, dass Ihre Einlagerstrategie nicht optimal konfiguriert ist? Zeigen Sie uns Ihre abc-Analyse und wir prüfen, ob Ihre Regalinfrastruktur zu Ihrer Umschlagshäufigkeit passt. 
  • Die Kommissionierung ist in der Regel ein personalintensiver Bereich im Lager. Wir prüfen den Aufbau der Kommissionierstraße, achten auf Umpacktätigkeiten in der Kommissionierung auf Grund falscher Artikelpositionierung und nehmen leere Kommissionierfächer auf, die zusätzliche Laufwege induzieren. Darüber hinaus verifizieren wir, ob das durch Sie eingesetzte Kommissionierverfahren ggf. durch eine bessere Lösung ersetzt werden kann.
  • Auftragsbezogene Kommissionierung kann sinnvoll sein, aber insbesondere wenn Sie das Fulfillment für Ihren Online-Kanal planen, sind unter Umständen Multi-Order-Lösungen das richtige Mittel der Wahl. 

Dies und einiges mehr erwartet Sie bei unserem Warehouse Quick Check. Probieren Sie es aus, um zu erfahren, ob Ihre Logistik fit für die digitale Realität ist. Sie wollen sich doch nicht abhängen lassen, nicht bei Ihren Produkten und schon gar nicht in der Logistik!

Ihr
Oliver Püthe

GS1 Germany
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