Projekterfolg NFC City Berlin: Die Partner aus Handel und Mobilfunk ebneten den weiteren Weg für Mobile Payment
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Mobile Payment  |  08.06.2016

Gesteigerte Dynamik für mobiles Bezahlen

Mit dem Hauptstadtprojekt „NFC City Berlin“ haben mehr als 1.000 Akzeptanzstellen Mobile Payment via NFC-fähigem Smartphone auch bundesweit bekannter gemacht.

Projektsteckbrief NFC City Berlin

Motto: „zahl einfach mobil“
Start: 15. April 2015
Ende: 30. April 2016

Gründungspartner Handel:
Galeria Kaufhof, Kaiser’s, Obi, Real, Rewe, Penny, Temma, Oh Angie
Gründungspartner Mobilfunk: 
Telekom, Telefónica (o2, Base), Vodafone

Partner im Projektverlauf:
Aldi Nord, Star Orlen, Essow, Karstadt/LeBuffet, Perfetto, Rossmann, Charles Vögele, Ocelot, Douglas, Dussmann, Nanu-Nana

Anzahl teilnehmender Märkte: 1.000

Ein Jahr Laufzeit, 25 Partner, 1.000 Märkte als Akzeptanzstellen – so präsentierte sich die Gemeinschaft von NFC City Berlin zum Projektende am 30. April 2016. Als die Initiative zwölf Monate zuvor startete, lautete das Ziel: Neue Impulse für das mobile Bezahlen via Near Field Communication (NFC) setzen! Dafür wurde das Akzeptanznetz für NFC in der Hauptstadt verdichtet und generell das kontaktlose Bezahlen bekannter gemacht. Zum Abschluss steht fest: Das Ziel wurde erreicht. Die Partner aus Handel und Mobilfunk ebneten den weiteren Weg für Mobile Payment.

„Wir haben wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung gewonnen.“

Frank Vahldiek, Director Consumer Services Innovation bei Vodafone Deutschland

Zahlreiche Nachahmer

Stellvertretend für die Initiative erklärt Karsten Pudzich, General Manager Ost bei Real: „Rund 1.000 Läden wurden in Berlin mit NFC-Terminals ausgestattet. Die breite Basis regte weitere Einzelhändler zum Nachahmen an. Mit dem Projekt wurde ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung getan, um die Akzeptanz und Nutzung des mobilen Bezahlens für die Verbraucher attraktiver zu gestalten und zu stärken.“ Konsumenten können künftig über die Partner von NFC City Berlin hinaus auch in vielen anderen Hauptstadtgeschäften mittels NFC-Technologie bezahlen. Auch bundesweit haben viele Händler auf NFC-Zahlung umgestellt.Auf Verbraucherseite kann das Projekt ebenfalls Erfolge vorweisen. Im Rahmen der Initiative führten die Marktforschungsinstitute GfK und Nielsen gemeinsam mit Research Now sowie POSpulse Umfragen durch. Dabei gaben 39 Prozent der von der GfK befragten Berliner Android-Nutzer an, das Logo der Initiative zu kennen. Nielsen und Research Now fanden heraus, dass sich bundesweit 53 Prozent der Smartphone-Nutzer vorstellen können, mobil zu bezahlen. Ein gemeinsames Fazit der Forscher lautet: Durch einfache technische Installationen sowie durch Informationen über Datenschutz könnten die Mobile Payment-Anbieter die Akzeptanz der Verbraucher noch erhöhen.

Höhere Beträge möglich

Das Projekt NFC City Berlin zeigte aber auch, dass viele Verbraucher dem Thema Mobile Payment grundsätzlich mit Zurückhaltung begegnen. Während der Laufzeit blieb die Zahl der Transaktionen vergleichsweise niedrig. Hierzu Ercan Kilic: „Wir haben gelernt, dass viele Verbraucher eher mit der Zahlmethode experimentieren, als sie für den täglichen Einkauf zu nutzen.“ So lag die Höhe des durchschnittlichen Abrechnungsbetrags bei etwa 10 Euro. Tatsächlich sind höhere Summen möglich. „Im Markttest von POSpulse waren 79 Prozent der an Mobile Payment interessierten Umfrageteilnehmer bereit, höhere Beträge mobil zu bezahlen“, erklärt Kilic.„Wir haben im Projekt wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung der Mobile Wallets gewonnen“, resümiert auch Frank Vahldiek, Director Consumer Services Innovation bei Vodafone Deutschland. Bei den Befragungen zeigte sich, dass der Registrierprozess vereinfacht werden muss. Auf Seiten des Mobilfunks greift man die Anregungen auf. So gibt es Gespräche mit Banken und weiteren Zahlungsdienstanbietern, um bestehende Bezahlkarten für das Smartphone zu digitalisieren.

Girocard Mobile im Test

Der Mobile Payment-Markt entwickelt sich sehr dynamisch. Das kommende Jahr könnte nochmals Impulse bringen. GS1 Germany unterstützt Händler bei der Umsetzung von Pilotprojekten. Für Ercan Kilic ist klar: „Neben der reinen Bezahlfunktion muss es ein Bündel an Mehrwertdiensten für den Kunden geben.“ Zwei Stichworte dazu sind „Mobile Couponing“ und „Mobile Loyalty“. Chancen sieht GS1 Germany insbesondere für die Kombination von Girocard und NFC-fähigem Smartphone: Bezahlt wird mit dem Handy, die Abbuchung erfolgt auf dem Konto. Das Verfahren heißt Girocard Mobile, wurde im März 2016 auf der CeBIT vorgestellt und wird aktuell von Volks- und Raiffeisenbanken zusammen mit den Mobilfunknetzbetreibern getestet. Im Handel ist die Girocard – neben dem elektronischen Lastschriftverfahren (ELV) – ein bevorzugtes Zahlungsmittel. Und bei Verbrauchern ist die Plastikkarte ohnehin weit verbreitet. In Zukunft könnte sie beim Bezahlen im Portemonnaie bleiben. Auch dazu hat die erfolgreiche Initiative NFC City Berlin beigetragen.

Foto: Getty Images
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