Gutscheine für Zeitschriften mussten bisher manuell abgerechnet werden. Dank GS1 Germany funktioniert die Abwicklung künftig deutlich schneller und zuverlässiger.
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Presse-Grosso  |  13.06.2017

Zum Lesen verführt

Mit Coupons und Gutscheinen versuchen Verlage, auf unkomplizierte Weise neue Leser zu gewinnen. Aufwendig ist die Abwicklung an der Kasse. Die gute Nachricht: GS1 Germany hat eine Lösung entwickelt, wie Gutscheine IT-basiert erfasst werden können. Eine Erfolgsgeschichte mit Fortsetzung.

Weitere Informationen

finden Sie unter www.gs1-germany.de.

Aus seiner Tageszeitung lacht Heiner Mehrbusch ein Gutschein entgegen: einmal kostenlos die Sonntagszeitung testen. Gleich am nächsten Morgen tauscht er den Gutschein gegen das Probeexemplar ein. So einfach ist das. Nur nicht für den Händler. Denn er profitiert zwar von Gutscheinaktionen, da sie zusätzliche Umsatz- und Erlöspotenziale schaffen. Allerdings stellen sie ihn auch vor Herausforderungen. Denn anstelle von Bargeld wandert ein Gutschein über den Tresen. Die Coupons können aber von den Kassensystemen nicht gelesen werden, da bislang ein Identifikationsstandard dafür fehlte. Die Kassierkraft muss den Gutschein also manuell eingeben, um ihn im Kassensystem zu verbuchen. „Ein Verfahren, das nicht nur aufwendig, sondern zugleich fehleranfällig ist“, so Mercedes Schulze, Senior Managerin GS1 Standards + Products bei GS1 Germany.

Die Presse startet Aufruf

Aus diesem Grund hat sich die Branche 2016 an GS1 Germany gewandt. Dabei konnten die Partner bereits auf gemeinsame Erfahrungen zurückgreifen, denn seit vielen Jahren kennzeichnen die Verlage ihre Zeitschriften und Magazine mit Titelnummern von GS1 Germany. Ziel des Projektantrags war es, einen Code zu entwickeln, um die Gutscheine in Zukunft einfach elektronisch erfassen und abrechnen zu können. „Grundsätzlich bietet sich dafür die Global Coupon Number (GCN) an“, erläutert Schulze. Dabei handelt es sich um eine weltweit gültige Identifikationsnummer von GS1 Germany, mit deren Hilfe sich Gutscheine schnell und eindeutig verarbeiten lassen – egal ob digital oder auf Papier. Schon seit einigen Jahren setzt der Handel die GCN erfolgreich bei Gutscheinaktionen ein. „Leider kann die GCN im Fall der Presseerzeugnisse derzeit aus technischen Gründen noch nicht angewendet werden“, beschreibt Expertin Schulze die Herausforderung. Deshalb entwickelte GS1 Germany eine Lösung, um Pressegutscheine auf Basis des EAN-13 zu identifizieren – und schuf damit die Voraussetzung dafür, dass kurzfristig auch Pressecoupons elektronisch verarbeitet werden können. „So muss der Händler die Gutscheine nur noch abscannen“, beschreibt Mercedes Schulze die Vorteile.

Schnelle Einigung

An der entscheidenden Sitzung bei GS1 Germany nahmen die 13 Repräsentanten der Einzelhandels- und Presselandschaft teil, darunter auch die Bundesverbände des Presse-Grosso (BVPG), der Zeitungsverleger (BDVZ), die Zeitschriftenverleger (VDZ) und der Lottoannahmestellen (BLD Lotto). „Mit diesem Ergebnis sind die Voraussetzungen für eine kurzfristige Umsetzung gegeben“, freut sich Udo Schlaghecken vom BVPG. „Wir sind GS1 Germany sehr dankbar, dass durch eine zielgerichtete Beratung eine effiziente Branchenlösung erarbeitet werden konnte, die von einer breiten Basis getragen wird und die Interessen aller Marktpartner hinreichend erfüllt.“Mit der Festlegung der Identifikationsnummer für Pressegutscheine ist der Grundstein für das automatisierte Handling gelegt. Im nächsten Schritt wird die Branche unter dem Dach von GS1 Germany den Prozess dazu entwickeln. Dann können die Daten der aktuell im Umlauf befindlichen Gutscheine und ihre Attribute, etwa der Wert, zwischen dem Dienstleister für den Presse-Grosso und dem Einzelhandel elektronisch und ohne manuelle Eingriffe ausgetauscht werden. Davon würden alle Prozessbeteiligten profitieren. „Wer an der Entwicklung mitwirken möchte, ist herzlich eingeladen, sich in unserer Projektgruppe zu engagieren“, betont Schulze. Projektbeginn ist im Juni, und wenn alles wie geplant läuft, startet die Umsetzung schon Ende des Jahres.

Bildquelle: Adobe Stock
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