Drei kostenlose Tools des Förderprojekts eStep Mittelstand unterstützen kleine und mittlere Unternehmen beim Einstieg in den E-Commerce.
Teilen Sie unseren Beitrag
E-Commerce  |  14.03.2017

Werkzeuge für den Einstieg

Nach drei Jahren Arbeit stellt eStep Mittelstand seine Ergebnisse vor. Drei kostenlose Anwendungen führen kleine und mittlere Unternehmen jetzt auf den passenden Weg ins digitale Zeitalter.

Aus dem Förderprojekt eStep Mittelstand sind drei nützliche Werkzeuge hervorgegangen. Sie stehen kleinen und mittleren Betrieben kostenfrei zur Verfügung und unterstützen deren Management bei der Frage: Wie weit und in welche Richtung muss ich die Digitalisierung vorantreiben? „Alle reden von Digitalisierung. Aber für viele Firmen bleibt sie nach wie vor ab-strakt“, resümiert Dennis Schiemann vom Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) zum Abschluss des dreijährigen Projekts. Neben der RWTH Aachen waren vier weitere Partner daran beteiligt, Mittelständlern den Einstieg ins E-Business zu vereinfachen: der Verein eCl@ss, der den gleichnamigen Standard zur Klassifikation von Produkten definiert, die Grün Software AG, der Verpackungsspezialist Tapas GmbH sowie GS1 Germany. Das Projekt eStep Mittelstand wurde bis Ende 2016 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Drei Fragen vor dem Start

Bevor ein Unternehmen in Richtung Digitalisierung aufbricht, sollte es drei Fragen beantworten: Wo stehe ich? Was ist mein Ziel? Wie gehe ich vor? Die Antworten geben die von eStep Mittelstand kreierten Online-Anwendungen: Self-Assessment-Tool, Entscheidungsbaum und Middleware. Sie helfen Unternehmen, ihren digitalen Weg zu finden – vom Status quo bis zur Umsetzung von standardbasierten, elektronischen Prozessen. Klaus Kaufmann von GS1 Germany bringt es auf den Punkt: „Wir haben einen Werkzeugkasten für den Einstieg ins E-Business erstellt.“Mit dem Selbsteinschätzungsprogramm findet ein Unternehmen innerhalb von 20 Minuten heraus, wie stark die eigenen Prozesse im Branchenvergleich digitalisiert sind. Dabei geht es um Kooperation, Organisation und Datenmanagement sowie die Frage, ob Standards eine Rolle spielen. Die Anwendung bewertet das Unternehmen und gibt Handlungsempfehlungen für die nächsten Schritte.

"Jetzt gilt es, das Tool in Pilotprojekten einzusetzen."

Klaus Kaufmann von GS1 Germany

Weil es viele Optionen gibt, um Geschäftsprozesse zu digitalisieren, ist der Entscheidungsbaum wichtig. Mit diesem Tool wählt das Unternehmen die individuell passenden Standards aus. Es wurde anhand von Expertenbefragungen entwickelt und erlaubt eine individuelle Gewichtung. Ist der Weg ins E-Business definiert, steht die Umsetzung mithilfe der neuen Middle-ware an. „Diese Anwendung ist ein Novum für den Einsatz von E-Standards“, sagt Ralph Backes von Grün Software. „Wir haben mit eCl@ss und GS1 Germany eine Open-Source-Lösung für die Umwandlung von Daten in unterschiedlichsten Standardformaten geschaffen.“ In einem einzigen Schritt kann zum Beispiel eine Rechnung im ZUGFeRD-Format und ein Artikelstamm für den Katalogaustausch mit eCl@ss erzeugt werden.

Geringer Aufwand

Das Tool ermöglicht E-Business nach dem Plug-and-Play-Prinzip: Ein Unternehmen, das ein weiteres Format bedienen möchte, braucht nur noch ein zusätzliches Software-Modul für die Middleware. Bei einem herkömmlichen Konverter mit geschlossenem Quellcode müssten in diesem Fall sämtliche Schnittstellen neu programmiert werden. Dieser Aufwand entfällt künftig. „Jetzt gilt es, das Tool in Pilotprojekten einzusetzen“, wirbt Kaufmann für eine Weiterentwicklung in der Praxis.

Bildquelle: Peter Atkins / Adobe Stock
GS1 Germany
Einen Inhalt suchen
Anzeige