Teilen Sie unseren Beitrag
Digitalisierung  |  03.05.2018

High-Tech im Stall

Im Rahmen des EU-Projekts „Internet of Food and Farm IoF 2020“ fördern rund 70 Partner die Umsetzung des Internet of Things in der europäischen Land- und Ernährungswirtschaft.

Das Projekt IoF2020

Das Projekt IoF2020

Projektlaufzeit: Januar 2017-Dezember 2020 (4 Jahre)

Das Konsortium besteht aus über 70 Partnerunternehmen aus 14 europäischen Ländern und aus unterschiedlichen Bereichen entlang der Wertschöpfungskette: von Landwirten über Genossenschaften, Lebensmittelhersteller und Logistikunternehmen bis hin zu Verbraucherorganisationen.

Konsortialführer: Universität Wageningen (Niederlande)

Die Förderung durch die Europäische Union (EU) erfolgt im Rahmen von Horizon 2020, dem EU-Programm für Forschung und Innovation.

Weitere Informationen finden Sie auf www.iof2020.eu und www.facebook.com/IoF2020.

Erntemaschinen, die sich miteinander vernetzen, selbstfahrende Traktoren, Sensorsysteme zur Ermittlung der Bodenbeschaffenheit – die Digitalisierung und das Internet der Dinge sind auch für die Landwirtschaft eine große Chance. Sensortechnik, Elektronik und Software bei Landmaschinen machen nach Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure heute bereits rund 30 Prozent der Wertschöpfung aus. Doch es gibt noch einiges zu tun: High-Tech im Feld oder Stall setzt häufig ausreichend schnelles Internet voraus. Jedoch ist laut Deutschem Bauernverband gerade in vielen ländlichen Gebieten die Internetversorgung immer noch unzureichend. Eine weitere Hürde sind auch fehlende zukunftsfähige, elektronische Schnittstellen zur Datenübertragung zwischen Landmaschinen sowie offen zugängliche Informationen wie etwa Geo-Daten. Dabei hat die Digitalisierung der europäischen Landwirtschaft laut Experten einen hohen Einfluss auf ihre internationale Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit.

Im Rahmen des Projekts „Internet of Food and Farm IoF 2020“ prüfen und fördern 71 europäische Partnerunternehmen seit Januar 2017 die Umsetzung des Internet of Things im europäischen Land- und Ernährungswirtschaftssektor. Innerhalb von vier Jahren sollen insgesamt 19 Fallstudien in den fünf festgelegten Bereichen Ackerbau, Milch-, Fleisch-, Gemüse- und Obstproduktion umgesetzt werden. Übergeordnetes Ziel des Projekts ist es, Prozesse in der Branche zu digitalisieren, entsprechende Lösungen bereitzustellen und damit die Grundlage für mehr Produktivität und Nachhaltigkeit zu schaffen.

Mehr Transparenz, Lebensmittelqualität und -sicherheit

GS1 Germany ist an zwei Fallstudien in den Bereichen Fleisch- sowie Gemüse- und Obstproduktion beteiligt und bringt insbesondere Expertise aus den Bereichen Rückverfolgbarkeit und Datenübermittlung ein. Mit dem Datenaustauschformat EPCIS können Unternehmen Objekte entlang der Wertschöpfungskette verfolgen und Ereignisse kommunizieren.

Fallstudie Obstsektor: „Intelligent Fruit Logistics“

Im Fokus: Rückverfolgbarkeit von Transportbehältern

Ziele: Effiziente und nachhaltige Frischelogistik durch die Virtualisierung von Obst mit Hilfe Intelligenter Transportbehälter (Trays), u.a. auf Basis von GS1 Standards (z.B. EPCIS) +++ Definition von weiteren Technologien (z.B. Low Power Wide Area Network, kurz: LPWAN) für einen effizienten und branchenumfassenden Einsatz von rückverfolgbaren Transportbehältern +++ Entwicklung unterschiedlicher Anwendungsfälle, die den Nutzen für KMU aufzeigen

Angestrebte Ergebnisse, u.a.: Reduktion von Aufwänden zur Dokumentation von Warenströmen um bis zu 25 Prozent +++ Erhöhung von Transparenz, Lebensmittelqualität und -sicherheit +++ Reduktion von (Lebensmittel-)Abfällen +++ Senkung der CO²-Emissionen

Fallstudie Fleischsektor: „Meat Transparency and Traceability“

Im Fokus: Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Fleischprodukten

Ziele: Standardisierte, Ereignisbasierte Kommunikation zwischen den Beteiligten in der Lieferkette +++ Im Fokus: Daten aus der landwirtschaftlichen Erzeugung +++ Identifizierung von Qualitätskriterien wie zum Beispiel Auslauf, Medikamentierung oder Stallklima +++ Eruierung der für die nachgelagerte Lieferkette relevanten Informationen

Angestrebte Ergebnisse, u.a.: Erhöhung von Transparenz und Qualität sowie Steigerung des Verbrauchervertrauens in die Fleischproduktion +++ Verbesserte Kommunikation zu Themen wie Tierwohl und -gesundheit +++ Qualitätsnachweis von Schweinefleisch +++ Optimierung von Geschäftsprozessen +++ Höhere Gewinnspannen für qualitativ hochwertige Produkte +++ Umweltschutz: Senkung des Energieverbrauchs und der Abfallproduktion

Das multinationale Projekt wird durch die EU im Rahmen von Horizon 2020 gefördert, dem Programm der Europäischen Union für Forschung und Innovation. Konsortialführer ist die Universität Wageningen. Die Partnerunternehmen kommen aus unterschiedlichen Bereichen entlang der Wertschöpfungskette: von Landwirten über Genossenschaften, Lebensmittelhersteller und Logistikunternehmen bis hin zu Verbraucherorganisationen.

Bildhinweis: IoF 2020
GS1 Germany
Einen Inhalt suchen
Anzeige