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21.03.2018

Frische auf Knopfdruck

Der FreshIndex soll künftig die Haltbarkeit von Lebensmitteln in Echtzeit berechnen. Er basiert auf den Hygienedaten von Herstellern sowie den tatsächlichen Lagerbedingungen von Lebensmitteln und setzt damit auf eine dynamische Berechnung der tatsächlichen Haltbarkeit. Das cloud-gestützte Tool soll die Transparenz entlang der Lieferkette verbessern und könnte helfen, die Verschwendung noch verwendbarer Lebensmittel zu reduzieren.

Mehr zum Projekt

Mehr zum Projekt

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie demnächst unter www.freshindex.org.

Die Verschwendung noch genießbarer Nahrungsmittel ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Laut aktueller Studien landen alleine in der EU jedes Jahr Lebensmittel im Wert von 143 Milliarden Euro im Müll. Grund für die unnötige Entsorgung sind unter anderem unzureichende Informationen über die tatsächliche Haltbarkeit. Die Temperatur ist einer der Schlüsselfaktoren dafür. Für die Berechnung des Mindesthaltbarkeitsdatums wird bislang eine konstante Maximaltemperatur verwendet und nur eine Rückverfolgung ganzer Produktionschargen gewährleistet. Die realen Lager- und Transortbedingungen werden nicht erfasst.

Ein neues dynamisches Konzept zur Berechnung der Haltbarkeit von Lebensmitteln soll nun im Rahmen des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten KMU-NetC Projektes „FreshIndex“ entstehen. Am Beispiel von Schweinefleisch wird die Frische eines Produkts auf Basis der Hygienedaten der Hersteller und der tatsächlich gemessenen Lagerbedingungen errechnet, wobei alle mikrobiologischen Prozesse durch mathematische Modelle abgebildet werden. Der resultierende FreshIndex soll mit Hilfe einer Cloud-Applikation an jeder Stelle der Lieferkette eine Aussage über die tatsächliche Frische der Ware treffen können. Ziel ist es, die Versorgung mit Lebensmitteln ökonomisch und ökologisch zu optimieren. Dabei werden alle qualitätsrelevanten Daten entlang der gesamten Lebensmittel-Lieferkette vom Produzenten über den Händler bis hin zum Konsumenten berücksichtigt. Der FreshIndex lässt sich per App auslesen und digital anzeigen, etwa auf digitalen Preisschildern und im Online-Lebensmittel-Shop. Die Entwicklung des FreshIndex ist auf zwei Jahre angelegt. 

Der FreshIndex

Der FreshIndex

Der FreshIndex soll sich per App einfach auslesen lassen.

Unter der Leitung von tsenso (Simulationsmodelle) setzt das Projektkonsortium bestehend aus arconsis (Sensoren), bwcon (Netzwerkmanagement), GS1 Germany (Identifikation), der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (Kundenakzeptanz), Metro (Großhandel) und der Universität Bonn (Hygiene-/Messdaten) drei Projektphasen um: Zunächst soll ein Konzept zur Effizienzsteigerung in der Lieferkette und zur besseren Bestimmung der Haltbarkeit von Lebensmitteln entwickelt werden. Im zweiten Schritt erforschen die Projektpartner, wie sich bestehende Standards zum Beispiel für den Datenaustausch und zur Rückverfolgbarkeit erweitern lassen, um die tatsächlichen Daten einzelner Wareneinheiten zu jedem Zeitpunkt entlang der Lieferkette abfragen zu können. Am Ende des Prozesses stehen zwei Praxistests, die Auskunft über die Möglichkeit einer tatsächlichen Implementierung des FreshIndex geben sollen. Geplant ist zudem die Publikation der wissenschaftlichen Ergebnisse aus dem Projekt, um die Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten Standard-Modells für nutzer- und verbraucherzentrierte Food-Labeling-Systeme voranzutreiben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben im Rahmen der Fördermaßnahme „KMU-NetC“ mit etwa einer Million Euro.

Bildhinweis: FreshIndex
GS1 Germany
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