Marktteilnehmer können jetzt bei GS1 Germany einen Legal Entity Identifier (LEI) beantragen. Die Organisation ist eine autorisierte Vergabestelle.
Teilen Sie unseren Beitrag
Finanzmarkt  |  13.03.2017

Den LEI gibt‘s jetzt bei GS1 Germany

Als autorisierte Vergabestelle vergibt GS1 Germany für weniger als 100 Euro eine global gültige Rechtsträgerkennzeichnung direkt bei Antragsstellung. Dahinter stehen mehr als 40 Jahre Erfahrung mit Identifikationsstandards.

Struktur des Legal Entity Identifier (LEI)

Der Code identifiziert Teilnehmer am Finanzmarkt (z. B. juristische Personen, Fonds) eindeutig. Aufgebaut ist er nach einem ISO-Standard. Der LEI ist verpflichtend. Über ihn können die hinterlegten Referenzdaten abgefragt werden: offizieller Name, Register-Name, Rechtsform, Sitz, Ländercode, Datum der Erstvergabe, Datum der letzten Änderung, Fälligkeit der LEI-Verlängerung. Ziel des LEI-Systems ist mehr Sicherheit und Transparenz für alle. In Deutschland müssen Zehntausende Unternehmen eine Rechtsträgerkennung beantragen – darunter Akteure, die am Derivatemarkt beteiligt sind sowie export-orientierte Gesellschaften.

Es ist der Tag, der eine Zeitenwende markiert: Am 15. September 2008 kündigte Lehman Brothers einen Insolvenzantrag an. Die Pleite der US-Investmentbank löste eine ungeahnte Kettenreaktion an den Finanzmärkten aus. Rund um den Globus sahen sich Regierungen gezwungen, strauchelnde Banken zu retten. Eine Ursache der Krise: fehlende Transparenz am Markt für bilateral vereinbarte Derivate (Over-the-Counter-Derivate, OTC-Derivate) – einem Markt, dessen Volumen das Mehrfache des weltweiten Bruttoinlandsproduktes entspricht. Als es darauf ankam, konnten die Beteiligten ihre verzweigten Finanzgeschäfte nicht entwirren. Es fehlte eine internationale Sprache in Form eines Standards, der eine Zuordnung der (grenzüberschreitenden) Transaktionen effizient ermöglicht.

Transparenz und Sicherheit

Acht Wochen später verständigten sich die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) darauf, in den kommenden Jahren sukzessiv für mehr Transparenz und Sicherheit an den Märkten zu sorgen. Ihr Motto: „Kein Finanzprodukt, kein Finanzmarktakteur und kein Finanzplatz soll unbeaufsichtigt bleiben.“ Eine entscheidende Rolle dabei spielt der Legal Entity Identifier (LEI), ein neuer Standard, um Marktteilnehmer und Geschäftspartner weltweit eindeutig zu identifizieren (siehe: Grafik und Zeitstrahl). Aktuell konkretisieren die Aufsichtsbehörden die neue EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (Markets in Financial Instruments Directive, MiFID II). Das Gesetzgebungspaket tritt 2018 in Kraft und wird auch den außerbörslichen Handel von Derivaten stark beeinflussen.

GS1 Germany als „LOU“

In Deutschland müssen Zehntausende Unternehmen seit Februar 2014 die Identifikationsnummer vorweisen können – zum Beispiel große Adressen aus der Fast Moving Consumer Goods-Branche, die Derivate im Risikomanagement nutzen. Einen LEI beantragen können Marktteilnehmer jetzt bei GS1 Germany. Denn die Organisation ist eine von der Global LEI Foundation (GLEIF) autorisierter Vergabestelle. Am 22. Februar 2017 hat GS1 Germany die Zulassung zur sogenannten Local Operating Unit (LOU) erhalten, die die Rechtsträgerkennung vergibt. In Deutschland gibt es zwei weitere Vergabestellen.

Bei GS1 Germany erhalten Akteure den LEI ohne Wartezeit direkt bei Antragstellung – erst anschließend muss die Rechnung über weniger als 100 Euro beglichen werden. Die Beantragung erfolgt einfach über das Online-Portal www.lei.direct. GS1 Complete Kunden erhalten weitere Vorteile. Auch die kostenlose Übertragung einer bestehenden Rechtsträgerkennzeichnung zu GS1 Germany ist möglich.

Alles aus einer Hand

GS1 Germany hat nicht nur 40 Jahre Erfahrung mit Identifikationsstandards, sondern ist in der Finanzbranche ein anerkannter Partner. Die Nummer der Versandeinheit (NVE) im Barcode GS1-128 macht Bargeld-Versandtaschen (Safebags) lückenlos verfolgbar. Und mit CashEDI hat die Bundesbank wegweisende GS1 Standards in der Bargeldlogistik umgesetzt. Hinzu kommt die umfassende Expertise bei Standards für Handels- und Industrieunternehmen, also der sogenannten „realen Wirtschaft“, sodass GS1 Germany alle relevanten Daten aus einer Hand anbieten kann.

Bildquelle: Adobe Stock
GS1 Germany
Einen Inhalt suchen
Anzeige