Fehler passieren. Gut, wenn man sie rückgängig machen kann. Mit der neuen Version des Standards EPCIS ist das jetzt möglich.
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Rückverfolgbarkeit  |  13.06.2017

Als wäre es nie geschehen

Fehler passieren. Bislang waren nachträgliche Veränderungen in Event-basierten Lösungen nicht so einfach möglich. Mit der neuen Version des Standards EPCIS fallen Korrekturen deutlich leichter. Darüber freuen sich nicht nur Fischer.

F-Trace: die Lieferkette im Blick

F-Trace: die Lieferkette im Blick

Einer der ersten Akteure, der die neue Version 1.2 des GS1 Standards EPCIS nutzt, ist F-Trace, eine 100-prozentige Tochter von GS1 Germany. F-Trace gewährleistet die rechtssichere und chargengenaue Rückverfolgung von Lebensmitteln entlang der Lieferkette – vom Rohstoff bis auf den Teller des Verbrauchers. „Mit F-Trace lässt sich der Herstellungsweg eines Produktes jederzeit schnell und sicher nachvollziehen“, erklärt Mark Zeller, Chief Operating Officer der F-Trace GmbH. „Mit dem neuen EPCIS-Feature lassen sich fehlerhafte Daten nun schnell, automatisch und ohne großen Aufwand korrigieren. Alle Änderungen werden im System dokumentiert – das schafft Transparenz und schützt vor nachträglicher Manipulation. Für Unternehmen bedeutet das eine weitere Effizienzsteigerung.“

Weitere Informationen unter www.ftrace.com.

Ein letztes Mal für heute holt Fischer Max Hansen sein Netz ein. Der Tag hat sich gelohnt: Insgesamt sind 200 Kilogramm Heringe, 160 Kilogramm Makrelen und 290 Kilogramm Seelachs ins Netz gegangen. Auf der Heimfahrt gibt der Kapitän schnell die gesetzlich geforderten Traceability-Daten in das Rückverfolgbarkeitssystem F-Trace ein. Per EPCIS (EPC Information Services), einem GS1 Standard zum Verfolgen von Objekten entlang der Lieferkette, werden die Daten sofort an F-Trace übermittelt. Als Hansen merkt, dass er sich beim Fangdatum und der Schiffs-ID vertippt hat, wurde der Datensatz bereits übermittelt und kann nicht mehr korrigiert werden.Doch nicht nur bei der manuellen Eingabe können Fehler passieren. Pharma- oder Tabak-konzerne wie Boehringer Ingelheim und British American Tobacco erfassen mithilfe von EPCIS automatisch sämtliche relevanten Ereignisse in ihren Supply Chains – zum Beispiel, welche Produkte wann an welcher Maschine produziert wurden. Dabei kann es beispielsweise passieren, dass die Konfiguration einer Verpackungsmaschine nicht stimmt und die Produktions-Events deshalb falsche Chargennummern und Mindesthaltbarkeitsdaten beinhalten.

Rückrufaktion für EPCIS-Events

Bislang brachten solche Situationen aufwendige manuelle Eingriffe mit sich – denn EPCIS-Datensätze lassen sich nicht löschen oder ändern. Aus gutem Grund: Die erfassten Events stoßen häufig geschäftskritische Prozesse oder Aktionen wie etwa Nachschubaufträge oder Echtzeit-Benachrichtigungen an. Die jeweiligen Anwendungssysteme müssen sich darum auf die Korrektheit und Unveränderlichkeit der übermittelten Daten verlassen können.  Ab sofort schafft die neueste Version des EPCIS-Standards Abhilfe: Selbst wenn relevante Ereignisse entlang der Lieferkette bereits an einen EPCIS-Server übermittelt wurden, können sie im Nachhinein als nicht stattgefunden deklariert und, wenn nötig, korrigiert werden. „Dazu schickt das Unternehmen das fehlerhafte Event einfach noch einmal – ergänzt um ein sogenanntes ‚Error Declaration‘-Element“, erklärt Dr. Ralph Tröger, Co-Chair der globalen GS1 EPCIS-Arbeitsgruppe. Während ein herkömmliches Event ausdrückt, dass etwas stattgefunden hat, besagt ein Error Declaration-Event, dass es so nicht stattgefunden hat. „Zusätzlich kann das Unternehmen ein Korrektur-Event erfassen, das die Inhalte des ursprünglichen Datensatzes richtigstellt“, ergänzt Tröger. Dabei werden alle Schritte dokumentiert – so lassen sich Änderungen nachvollziehen und nachträglicher Manipulation von Daten wird vorgebeugt. Unternehmen, die dieses und weitere neue Features von EPCIS 1.2 in ihren Systemen integrieren möchten, erhalten Unterstützung durch das „EPCIS Hands-On Tool“. Der Service steht auf gs1-germany.de allen GS1 Complete Kunden und GS1 Germany Solution Partnern kostenlos zur Verfügung.

Bildquelle: Adobe Stock
GS1 Germany
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