Die Digitalisierung stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Aber sie bietet auch gewaltige Chancen – vor allem für Kooperationen.
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ECR Tag 2017  |  07.06.2017

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ECR Tag 2017

Das Programm steht!

Das vollständige Programm des führenden Branchenkongresses der Konsumgüterindustrie am 20. und 21. September in München finden Sie ab sofort hier!

Weitere Informationen zum Kongress, zur Anmeldung sowie Hotelinformationen unter: www.ecrtag.de

Mehr zum Thema Digitalisierung:

Digitalverband Bitkom: 
www.bitkom.org

Self-Check der Deutschen Telekom zum Digitalisierungsgrad von Unternehmen:
www.digitalisierungsindex.de

In hohem Tempo erfasst die technologische Entwicklung die Unternehmen. Die einen müssen Prozesse optimieren, die anderen transformieren ganze Geschäftsmodelle. Allen bietet die Digitalisierung vielfältige Chancen. Mit einem Partner nutzt man sie leichter.

Wer die Digitalisierung meistern will, kann auf gute Partner kaum noch verzichten. Das gilt längst nicht nur für die Konsumgüterindustrie, sondern für nahezu alle Branchen. Laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom gehen mittlerweile rund vier von fünf Unternehmen in Deutschland eine Zusammenarbeit mit IT- oder anderen Firmen ein, um ihre digitale Kompetenz zu stärken. Unterschiede bei der Betriebsgröße oder den Sektoren gibt es dabei kaum.Bei den Betrieben mit 500 und mehr Mitarbeitern arbeiten fast vier von fünf rund um die Digitalisierung mit anderen zusammen, bei denen mit 20 bis 99 Mitarbeitern sind es drei von vier. Während im Handel 81 Prozent kooperieren, sind es in der Industrie zehn Prozentpunkte weniger. Motive dafür sind laut der Studie der Wissenstransfer in das eigene Unternehmen, Kostensenkungen und die Erschließung neuer Märkte. Bitkom-Chef Bernhard Rohleder begrüßt die hohe Kooperationsbereitschaft bei den Betrieben: „Um die digitale Transformation erfolgreich zu gestalten, brauchen wir mehr echte Zusammenarbeit zwischen Global Playern, Mittelständlern und Start-ups.“

Unternehmen vernetzen sich

Genau das geschieht inzwischen immer häufiger. Allein Anfang 2017 sorgten mehrere Nachrichten über eine Zusammenarbeit für Aufsehen in der Konsumgüterbranche. Zum Beispiel verkündete der Hausgerätehersteller Miele eine Partnerschaft mit Kitchen Stories. Das Berliner Start-up bringt via Netz Rezeptvideos und Foto-Anleitungen in deutsche Küchen. Dank der Verbindung beider Unternehmen haben Nutzer der „Miele@mobile“-App jetzt direkten Zugang zu den Kreationen. So erweitert der Konzern seine Applikation zur Steuerung vernetzter Miele-Geräte. „Die Kombination beider Angebote schafft eine Rezeptvielfalt und Nutzerfreundlichkeit, die im mobilen Web ihresgleichen sucht“, sagt Dr. Axel Kniehl, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Miele-Gruppe. 

Kooperation lässt Kinder strahlen

Nur wenige Tage später meldete Unilever eine Partnerschaft mit Playbrush, dem Entwickler eines Aufsatzes für Kinderzahnbürsten. Damit die Kleinen mit Spaß ihre Zähne putzen, wird die Bürste zum Steuergerät einer Spiele-App. Mit den richtigen Bewegungen lenkt das Kind eine Fee im Kampf gegen böse Bakterien. Durch die Kooperation will Unilever auch neue Kunden akquirieren und mehr Zahncreme verkaufen. Ein weiteres Beispiel für das Zusammenwirken von Groß und Klein sind Media Markt und das Berliner Start-up Grover, das als Pionier auf dem Markt für Mietangebote für Konsumgüter gilt. Der Elektrofachhändler startete in seinem Online-Shop einen Test, bei dem Kunden mehr als 500 Produkte für mindestens einen Monat mieten und ausprobieren können. Und es gibt auch Partnerschaften zwischen Global Playern. Ein aktuelles Beispiel ist die Zusammenarbeit von Amazon und DHL: Der Online-Händler lässt unter dem Namen Amazon Fresh zunächst probeweise frische Lebensmittel von der Logistiktochter der Deutschen Post ausliefern.

„Nie zuvor haben sich neue Technologien mit solch einem Tempo weiterentwickelt und eine derartige Breite in der Anwendung erreicht“

Stephan Weil, niedersächsischer Ministerpräsident

Mein Freund, der Roboter

Der Trend zur Partnerschaft kommt nicht überraschend – auch wenn nicht immer gleich ein gesamtes Geschäftsmodell transformiert wird. Manchmal sind es auch nur einzelne Prozesse. Schließlich bewirkt der digitale Wandel eine der größten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umwälzungen, die es je gab. „Nie zuvor haben sich neue Technologien mit solch einem Tempo weiterentwickelt und eine derartige Breite in der Anwendung erreicht“, stellte Stephan Weil, niedersächsischer Ministerpräsident, nach der diesjährigen Hannover Messe fest.   Auf der Industrieschau selbst war an zahlreichen Ständen eine ganz andere Art der Zusammenarbeit zu bestaunen: Cobots – kollaborative Roboter, die die Arbeitsweise in der Fabrik fundamental verändern. Durch Vernetzung, künstliche Intelligenz, neuartige Sensoren und intuitive Bedienung können sie mit dem Menschen zusammenarbeiten, selbstständig lernen und sich gegenseitig Anweisungen geben. Das ist eine Art der Kooperation, „die – wenn wir es gut machen – dem Wohle aller dient“, so Trendforscher David Bosshart, Geschäftsführer des Gottlieb Duttweiler Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft, im Interview mit dem Handelsjournal. Solche Kooperationen zwischen Mensch und Maschine gibt es mittlerweile nicht nur in den Fabriken der Autobauer, sondern auch in den Zentrallägern großer Händler. Und in den Privathaushalten halten Staubsaug- und  Rasenmähroboter sowieso schon längst Einzug.

Der Stärkere überlebt

Während in einigen Branchen bereits vernetzte Roboter zum Alltag gehören, packen andere Sektoren die digitale Herausforderung erst jetzt an. Für sie geht es zunächst darum, Prozesse so umzustrukturieren, dass  sie die digitale Welt abbilden. Laut Digitalisierungsindex Mittelstand der Deutschen Telekom wissen die meisten Firmen, dass sie insbesondere die Beziehungen zu ihren Kunden und die damit verbundenen internen Abläufe auf den Prüfstand stellen müssen. Mit Big-Data- und Analytics-Lösungen zum Beispiel greifen Firmen in Echtzeit auf ihre Datenbestände zu und können so ihren Kunden individualisierte Angebote machen. Und dank mobiler Lösungen steigern Unternehmen ihre Produktivität nachweislich. „Es gibt ein Deutschland der verschiedenen Geschwindigkeiten“, heißt es in der Studie. Im Durchschnitt erreichen Unternehmen 52 von maximal möglichen 100 Punkten; nur die Digital Leaders, das sind zehn Prozent aller Mittelständler, erreichen Werte über 80 Punkte. Das Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen EY warnt in einer aktuellen Publikation vor einer „Zweiklassengesellschaft im Mittelstand“. Demnach mangelt es zahlreichen Betrieben an Expertise, wenn es darum geht, Geschäftsmodelle zu überdenken und in qualifiziertes Personal sowie neue Lösungen zu investieren. „Viele Mittelständler tun das, was sie schon seit Jahren und Jahrzehnten auszeichnet: Sie passen sich flexibel an neue Entwicklungen an und schaffen es, durch innovative Produkte ihr Modell weiterzuentwickeln. Einige könnten jedoch auch den Anschluss verlieren“, meint Hubert Barth. Für den Vorsitzenden der Geschäftsführung bei EY steht fest: Wer die Digitalisierung als Chance begreift, dem bieten sich neue Wachstumsoptionen. „Wer zu lange an einem veralteten Geschäftsmodell festhält, wird zu den Verlierern gehören.“

Raum für Austausch

Kooperationen können hier helfen. Diese müssen nicht auf Start-ups beschränkt sein; auch IT-Provider, wissenschaftliche Einrichtungen oder andere Unternehmen liefern wichtige Impulse für die digitale Transformation und die nachhaltige Optimierung von Prozessen. Auf externen Rat zurückzugreifen oder Tagungen und Veranstaltungen für den Wissenstransfer zu nutzen, ist schließlich auch eine Art derKooperation. Generell bieten Partnerschaften die Chancen, voneinander zu lernen und Investitionen gemeinsam zu schultern. Eine Gelegenheit, das Thema Digitalisierung und Kooperationen mit Gleichgesinnten zu besprechen, bietet der ECR Tag am 20. und 21. September 2017 mit Vorträgen, Diskussionen und Best Practices.

ECR Tag 2017

ECR Tag 2017
20. und 21. September, München

„Kooperation – gemeinsam den digitalen Wandel gestalten“ lautet das Motto des ECR Tags 2017. Erwartet werden mehr als 800 Entscheider, 110 Aussteller und Partner aus Handel, Industrie und Dienstleistung. Im Mittelpunkt stehen erfolgversprechende Strategien für unternehmensübergreifende Partnerschaften.

Auswahl aus der Programmübersicht

  • Kooperation 4.0 bei Mondelez International – Best Practice entlang der On-/Offline-Shopper-Journey.
  • Gottlieb Duttweiler Institut über die Zukunft des Erfolges im digitalen Wandel.
  • Lekkerland ist unterwegs in die Zukunft – nicht bloß digital, sondern auch convenient.
  • Expert SE gibt Einblicke in innovative Omni-Channel-Lösungen für den kooperativen Fachhandel.
  • Rewe zeigt, wie man Kunden und Dienstleistungen zusammenbringt.
  • Google ist nur gemeinsam erfolgreich: stationär und mobil!

Referenten

  • Fridolin Frost, Managing Director Germany Snacking, Mondelez International
  • Thomas Kohlmorgen, Director Key Accounts, Coca-Cola European Partners Deutschland
  • Thomas Storck, Chief Executive Officer, Metro Cash & Carry Deutschland
  • Dr. Jean-Jacques van Oosten, Chief Digital Officer, Rewe Group
  • Terry von Bibra, General Manager Europe, Alibaba Group
Bildquelle: GS1 Germany
GS1 Germany
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