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Interoperabilität von Standards  |  28.09.2020

Interoperabilität von Standards im IoT-Umfeld vorangetrieben

Das Mediation Gateway "OLIOT-MG", federführend vom koreanischen Forschungsinstitut KAIST (Korea Advanced Institute of Technology) entwickelt, ist ab sofort fester Bestandteil im "FIware Catalogue". Die neuartige IT-Lösung ermöglicht die Interoperabilität von Standards zur ereignisbezogenen Sammlung, Weitergabe und Abfrage von Daten. Die Übertragbarkeit auf andere Anwendungen sowie deren Skalierbarkeit ist über das Forschungsprojekt "Internet of Food & Farm 2020" hinaus ein wichtiger Faktor für zukünftige Vorhaben im IoT-Kontext.

Im EU-geförderten Horizon 2020-Projekt "Internet of Food & Farm 2020" (IoF2020) erproben die Beteiligten seit Anfang 2017 effiziente Umsetzungen des Internet of Things (IoT) im europäischen Land- und Ernährungswirtschaftssektor. Über 30 Use Cases werden in den Bereichen Ackerbau, Milch-, Fleisch-, Gemüse- und Obstproduktion seitdem umgesetzt, um Verbesserungspotenziale zu identifizieren und konkrete Lösungen zu schaffen.

Neben KAIST waren GS1 Germany, das European EPC Competence Center (EECC), FIWARE Foundation, das Research Institute for Agriculture, Fisheries and Food (ILVO), Links Foundation und die University of Wageningen (WUR) an der Entwicklung des OLIOT-MG beteiligt. Die FIware-Komponente Orion Context Broker und EPCIS (Electronic Product Code Information Services von GS1) sind Hauptbestandteil des Gateways. Das Ziel der kollaborativen Arbeit wurde nach zirka zwei Jahren gemeinsamen Forschens erreicht: Prozesse entlang von Wertschöpfungsnetzwerken in der Landwirtschaft digitalisieren, um die Grundlagen für mehr Produktivität und Nachhaltigkeit zu schaffen sowie die generelle Interoperabilität zwischen den zwei IT-Lösungen respektive Standards unter Beweis zu stellen.

"OLIOT" steht für "Open Language for Internet of Things" und ist eine EPCIS-basierte Lösung. Das neu geschaffene Gateway übersetzt Daten aus der IoT-Plattform FIware, hier konkret aus dem Orion Context Broker in EPCIS-Ereignisse, damit diese weiter genutzt werden können – zum Beispiel um neue Ereignisse wie den Transport zu erfassen oder die Historie zu einem Objekt abzufragen. Während der Orion Context Broker den Schnittstellenstandard NGSI nutzt und sich auf Zustandsdaten von Objekten konzentriert, ist EPCIS der Schnittstellen- und Datenformatstandard für das Erfassen und Teilen von Prozess-Ereignisdaten von GS1.

Ulrich Ahle, CEO der FIWARE Foundation: "GS1 entwickelt unabhängige Standards, die für Schlüsselprozesse unerlässlich sind. Die FIWARE-Mission besteht darin, Open-Source-Technologien bereitzustellen, die eine standardbasierte Entwicklung intelligenter Lösungen ermöglichen. Somit ergänzen wir uns und ebnen den Weg für die zukünftige Zusammenarbeit."

Konkret wurde im Use-case bei IoF2020 hinsichtlich der Aufzucht von Schweinen ermittelt, beispielsweise wann ein Tier Nahrung aufgenommen oder getrunken hat und wie die Klimabedingungen zu einem bestimmten Zeitraum im Stall waren. In diesem Fall wurden die Daten zur Rückverfolgbarkeit an die EPCIS-Lösung beim Partner EECC überführt: das Electronic Product Code Analytic Tool (EPCAT).

Kurzum: Standardwelten unterschiedlicher Philosophien wachsen zusammen und werden zunehmend interoperabel. Zukünftig wird mit dieser Erkenntnis eine noch höhere Anwendersicherheit gewährleistet und eine erweiterte Anwendung ermöglicht. Landwirte und auch andere Unternehmen tun gut daran, die Vorteile beider Lösungen gleichzeitig zu nutzen. "Das Gateway vereint das Beste von zwei Standards. Die Entwickler müssen sich zukünftig nicht mehr zwischen EPCIS und FIware entscheiden. Eine solche Interoperabilität ist ein wichtiges Signal und eröffnet branchenübergreifend neue Perspektiven", so Ingo Wolters, Lead Standards + Processes bei GS1 Germany.

IoF2020: Internet of Food

Im Rahmen des multinationalen Projekts "Internet of Food & Farm IoF2020" prüfen und fördern über 70 Partnerunternehmen seit Januar 2017 die Umsetzung des Internet of Things im europäischen Land- und Ernährungswirtschaftssektor. Innerhalb von vier Jahren sollen 19 Fallstudien in den Bereichen Ackerbau, Milch-, Fleisch-, Gemüse- und Obstproduktion umgesetzt werden.

GS1 Germany ist an zwei Fallstudien beteiligt. Ziel ist es, Prozesse zu digitalisieren und damit die Grundlage für mehr Produktivität und Nachhaltigkeit zu schaffen. IoF2020 wird im Rahmen des Forschungsrahmenprogramms Horizon 2020 von der EU gefördert.

Fotos: Roy Buri / Pixabay / Yalew Kidane / KAIST / GS1 Germany
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