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Rückverfolgbarkeit  |  17.05.2019

Lebensmittel: Wissen, was drin steckt

Gastronomen müssen jederzeit Auskunft geben können, welche Inhaltsstoffe in Speisen enthalten sind und woher die Zutaten stammen. Gemeinsam mit Handel, Industrie und GS1 Germany hat die Foodservice-Branche nun einen Leitfaden für mehr Effizienz, Sicherheit und Qualität im Datenmanagement entwickelt.

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Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie hier. Die Branchenempfehlung „Foodservice GDSN - Für den Zielmarkt Deutschland“ steht GS1 Complete-Kunden zum kostenfreien Download zur Verfügung. 

Von Allergenen und Zusatzstoffen bis hin zu Angaben wie vegan oder vegetarisch – gesetzliche Anforderungen wie die Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) sowie Verbraucher fordern immer mehr Informationen von den Unternehmen aus dem Food-Sektor: Stammen Zutaten aus nachhaltigem Anbau? Kommt ein Lebensmittel aus der Region? Handelt es sich um ein saisonales Produkt? Die Foodservice-Akteure stehen vor der Herausforderung, ihren Gästen spezifische Informationen über gewünschte Lebensmittel und Gerichte vor der Bestellung zur Verfügung zu stellen.

Ihre besondere Herausforderung: Die Gerichte bestehen meist aus mehreren Produkten, die wiederum von unterschiedlichen Herstellern stammen. Die zugehörigen Daten verlässlich zur Verfügung zu stellen, ist heute noch keine einfache Aufgabe: „Bislang beziehen Gastronomen die Daten eines jeden Produkts vom jeweiligen Händler. Dieser trägt heute noch die Verantwortung für die Lieferung verlässlicher Informationen und muss sie in vielen Fällen manuell bei seinen Lieferanten anfragen“ sagt David Hintzen, Senior Branchenmanager Foodservice bei GS1 Germany. „Danach speisen sie die Daten manuell in ihre individuellen Systeme ein. Aktualisierungen sind aufwändig und spontane Rezeptänderungen fast unmöglich. Insgesamt ein fehleranfälliger und ineffizienter Prozess für alle Beteiligten.“

Mehr Effizienz, Sicherheit und Flexibilität für die Foodservice-Branche

Die Lösung für Gastronomen, um jederzeit auf geprüfte, aktuelle Produktdaten der Hersteller zugreifen zu können, ist die Nutzung einer gemeinschaftlichen, verlässlichen Informationsquelle in Kombination mit standardisierten Schnittstellen zum elektronischen Datenaustausch: das Global Data Synchronisation Network GDSN – eine weltweite Plattform zum Austausch von Produktstammdaten zwischen Herstellern, Handel, Großhandel und Gastronomie.

Um diese Nutzung voranzutreiben und zu vereinfachen, hat sich in den vergangenen Monaten auf Anregung des Handels ein Projektteam bestehend aus Handels-, Industrie- und Foodservice-Experten unter dem Dach von GS1 Germany mit der Ausarbeitung einer entsprechenden Branchenempfehlung befasst. Unter anderem beteiligten sich am Projekt industrieseitig Dr. Oetker, Nestlé Deutschland und Unilever Deutschland, auf Handelsseite Edeka C+C, Lekkerland Deutschland und Metro Deutschland sowie aus der Foodservice-Branche Aramark, Apleona und Klüh Catering.

Der neue Leitfaden beschreibt, welche Produktstammdaten die Lieferanten in welcher Form bereitstellen müssen, um die Anforderungen der Gastronomen zu erfüllen – so zum Beispiel logistische Daten, Marketing-Informationen sowie insbesondere Allergene, Zusatz- oder Inhaltsstoffe. „Die Lieferanten spielen ihre Daten direkt oder über spezielle Dienstleister digitalisiert und standardisiert in das GDSN ein, und Gastronomen können sie auf Grundlage standardisierter Schnittstellen automatisiert in ihre Systeme einspeisen – zum Beispiel in Rezept- oder Menu-Erstellungstools“, so Hintzen.

Datenänderungen erhalten sie automatisiert per Push-Nachricht. Auf diese Weise lässt sich auch in der Foodservice-Branche eine durchgehende Datenqualität vom Erzeuger bis zum Verwender sicherstellen. Auch Rezeptkalkulationen oder Menu-Erstellungen können stark vereinfacht werden. Darüber hinaus gewinnen Gastronomen an Flexibilität bei der Wahl ihrer Lieferanten: „Bislang waren sie von denjenigen abhängig, die benötigte Produktstammdaten schnell und verlässlich zur Verfügung stellen konnten – selbst, wenn ihr Angebot weniger attraktiv war als das eines anderen Unternehmens“, so Hintzen. Das wird sich ändern, wenn die benötigten Daten sich zukünftig unabhängig vom Lieferanten einfach über das GDSN ermitteln lassen.

Mehrwert für Hersteller: Daten relevant für E-Commerce

„Bei Lieferanten und Herstellern verursacht dieser Prozess natürlich erst einmal Mehraufwand, denn sie sind gefordert und müssen kontinuierlich mehr Daten ins GDSN einspielen. Doch letztlich werden sie von diesem Schritt profitieren, da genau diese Daten zunehmend auch für den E-Commerce relevant werden. Sie arbeiten sozusagen schon einmal für die Zukunft vor. Davon waren auch die Industrievertreter in unserem Projekt überzeugt,“ so Hintzen.

Bildnachweis: GS1
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