Im Rahmen eines Feldtests wurde untersucht, wie Data-Matrix-Codes z. B. auf Werkzeugen optimal aufzubringen sind.
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Barcodes  |  09.03.2016

Direktmarkierung (DPM) für optimierte Lesbarkeit

DataMatrix-Codes haben viele Vorteile. Zum Beispiel sind sie winzig klein und können direkt auf Medizinprodukten oder Werkzeugen aufgebracht werden. Welche Faktoren dabei für die Lesbarkeit wichtig sind, hat jetzt ein Feldtest ergeben.

Staatlich gefördertes Projekt ToolCloud

Das Verbundprojekt ToolCloud wird im Rahmen der Initiative Industrie 4.0 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ziel ist es, Werkzeugdaten für alle Unternehmen einer Werkzeug-Supply-Chain durchgängig und permanent bereitzustellen. Das Stichwort dazu lautet „digitale Werkzeugbegleitkarte“.

Künftig würde dann bei einem Werkzeugwechsel die manuelle Eingabe von Betriebsdaten am Bedienterminal der Maschine unter Zuhilfenahme von spezifischen, realen Werkzeugbegleitkarten entfallen. Dies würde die Fehlerquote verringern und die Effizienz steigern.

Ob Werkzeuge, Fahrzeugteile oder Medizinprodukte: DataMatrix-Codes befinden sich auf vielen Gegenständen. Ihr Job ist es, durch Scannen Einzelteile zu identifizieren, zurückzuverfolgen oder auf Stammdaten zugreifen zu können. Ein weiterer Vorteil: Sie können dauerhaft direkt auf dem Objekt als Direct Part Marking (DPM) platziert werden, beispielsweise mithilfe eines Lasers. Damit die DataMatrix-Codes danach verlässlich lesbar sind, müssen sie korrekt aufgebracht sein. Das ist eine durchaus knifflige Angelegenheit für die Anwender. Um sie bei der Bewältigung dieser Herausforderung zu unterstützen, hat GS1 Germany im Verbundprojekt ToolCloud einen Feldtest an Metallteilen durchgeführt. Dabei wurden die wichtigsten Faktoren identifiziert, um eine optimale Lesbarkeit von direktmarkierten Codes zu garantieren.

Größe, Form und Platzierung bei DPM entscheidend

Geprüft wurden mittels Laser aufgebrachte Codes auf Scheiben und Rundlingen aus Stahl und Aluminium mit unterschiedlich behandelten Oberflächen. Die Kennzeichnungen variierten in ihrer Größe und Form, durch die Leistung und den Typ des Lasers, mit dem sie aufgebracht wurden, sowie durch die Dauer der Bestrahlung. Als Lesegeräte kamen diverse DPM-Handlesegeräte sowie Smartphones mit unterschiedlichen Scan-Apps zum Einsatz. Die Auswertung ergab, dass insbesondere die Größe und die Form des DataMatrix-Codes entscheidend für die Lesbarkeit sind. Ferner ist wichtig, wo der Code platziert wird. Auch macht es einen Unterschied, ob die Oberfläche glatt oder gewölbt ist. Bei stark gewölbten Objekten beispielsweise sind rechteckige DataMatrix-Codes sinnvoll. Weitere Kriterien sind der Laser und seine Leistungsparameter sowie natürlich das Lesegerät. Letzteres sollte zum Beispiel je nach den Lichtverhältnissen vor Ort ausgewählt werden, wie der DPM-Feldversuch ebenfalls ergab.

DPM: So geht’s

  • Aus dem Feldtest, den GS1 Germany im Rahmen des Verbundprojekts ToolCloud durchgeführt hat, lassen sich mehrere konkrete Handlungsempfehlungen für die Direktmarkierung auf metallischen Oberflächen ableiten:
  • Nach Möglichkeit längere Markierzeiten wählen.
  • Auf größeren Objekten nicht die kleinstmögliche Größe der Codes wählen. Denn je größer der Code, desto besser ist er lesbar.
  • Bei Stahl mit brünierter oder vernickelter Oberfläche gilt: Je kleiner, desto schlechter lesbar ist der Code.
  • Für kleine Rundlinge (Objekte mit gewölbter Oberfläche, z. B. Rohre) sollten DataMatrix-Codes lieber in rechteckiger Anordnung als in quadratischer Anordnung gewählt werden.
  • 2D-Lesegeräte erzielen in der Regel bessere Leseergebnisse als Smartphone-Apps.
  • Wer das Smartphone nutzt, sollte auf eine Kamera mit mindestens 8 Megapixeln achten und eine spezielle App verwenden, die auch auf direktmarkierte Objekte ausgelegt ist.
  • Lichtreflexionen durch starkes Deckenlicht oder durch das vom Scanner erzeugte Licht können die Lesbarkeit stark beeinflussen. In solchen Fällen den Scanner schräg halten, um Reflexionen zu vermeiden.
Foto: GS1 Germany
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