Wissen, wie das Tier gelebt hat – mit F-Trace zukünftig auch an der Frischetheke möglich.
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Rückverfolgbarkeit  |  05.04.2019

Der Verbraucher will’s wissen: Stall oder Weide?

Tierwohl ist Verbrauchern beim Einkauf von Lebensmitteln immer wichtiger. Rückverfolgbarkeitslösung F-Trace informiert zukünftig über die Haltungsform von Tieren erstmals auch für Fleischprodukte in der Frischetheke. 

So funktioniert F-Trace

So funktioniert F-Trace

F-Trace ist eine neutrale, cloudbasierte Plattform zur chargengenauen Rückverfolgung von Produkten wie etwa Fleisch, Fisch und gemischten Produkten. Das System verknüpft statische Produktdaten in Echtzeit mit dynamischen Informationen zu einzelnen Verarbeitungsschritten in einer Lieferkette. Dazu gehören zum Beispiel das Erntedatum, die Methode des Fischfangs oder das Land der Verarbeitung. Jeder Akteur speist seine spezifischen Daten selbst in das System ein. Damit ist die Historie eines Produktes jederzeit nachvollziehbar. Die Eingabe erfolgt nach festgelegten Kriterien und auf Basis einheitlicher Standardschnittstellen. F-Trace stellt dabei sicher, dass Pflichtangaben gemacht werden und korrekt sind. Ein ausgeklügeltes Rechtemanagementsystem verhindert unerwünschte Datenzugriffe. Der Service basiert auf globalen GS1 Standards und ist international anwendbar. Weitere Informationen über F-Trace finden Sie hier.

Die Diskussionen um Informationen zum Tierwohl auf deutschen Lebensmittelverpackungen ist größer denn je. Immer mehr Verbraucher möchten wissen, was auf ihrem Teller landet, woher das Schnitzel kommt und unter welchen Bedingungen das Tier gelebt hat. Mittlerweile finden sich auf Fleischverpackungen im Handel zahlreiche unterschiedliche Siegel: vom Label des deutschen Tierschutzbundes über verschiedene Bio-Siegel bis hin zur neuen einheitlichen Kennzeichnung des Lebensmitteleinzelhandels, die Auskunft über die Haltungsform der Tiere gibt – zumindest bei abgepacktem Fleisch im Kühlregal.

Eine Lösung für die Kennzeichnung von Fleischprodukten in der Frischetheke existiert hingegen noch nicht: „Der Verbraucher hat bisher keine Möglichkeit, an der Frischetheke mit Blick auf die Haltungsform der Tiere eine bewusste Kaufentscheidung zu treffen“, sagt Mark Zeller, COO von F-Trace.

Doch das soll sich dieses Jahr ändern: im zweiten Halbjahr 2019 plant die GS1 Tochter die Einführung der Haltungsformkennzeichnung in ihrem cloudbasierten System – erstmals auch für Fleischprodukte in der Frischetheke. Für vorverpacktes Fleisch im Kühlregal wird dies bereits umgesetzt. Zeller dazu: „Sowohl für die Akteure entlang der Lieferkette als auch für den Verbraucher erhöht sich damit die Transparenz über die Herkunft und Historie eines Produkts noch einmal ganz wesentlich.“

Scannt der Metzger beispielsweise den Produktcode auf einem Teilstück, wird die Information über die Tierhaltungsform automatisch ausgelesen und dem Thekenprodukt vererbt. Über ein Terminal vor der Theke lassen sich die entsprechenden Informationen im Anschluss auch vom Verbraucher abrufen – zusammen mit weiteren Daten zur Herkunft des gewünschten Produkts wie etwa Schlachtdatum oder Ort der Weiterverarbeitung.

Mehr Sicherheit und Vertrauen dank dezentraler Dateneingabe

Alle Daten im F-Trace-System stammen dabei von dem jeweilig zuständigen Unternehmen entlang der Lieferkette – von der Farm über den Schlacht- und Zerlegebetrieb bis zum Produzenten des Endprodukts. „Die dezentrale Eingabe von standardisierten Daten durch die Teilnehmer macht den Prozess effizienter, transparenter und sorgt auf diese Weise für mehr Vertrauen bei Händlern und Verbrauchern“, so Zeller.

Denn bisher hat der Handel noch keine Möglichkeit, verlässlich zu prüfen, ob beispielsweise alle erhaltenen Chargen der angegebenen Haltungsform entsprechen. So stellen die aktuellen Lösungen, wie auch das neue Haltungsform-Siegel, nicht sicher, dass die Informationen zur Haltungsform der Tiere unverfälscht von ihrem Ursprung bis auf die Produktverpackung gelangen. „In der Regel erhält der Schlachtbetrieb die Daten von seinen Zulieferern, den Landwirten. Bis diese am Ende den Handel erreichen, müssen sie mehrere Stationen in der Lieferkette passieren. Ein Unternehmen gibt die Informationen an das nächste in der Kette weiter, bis der Produzent sie schließlich auf die Verpackung druckt.“

F-Trace setzt genau hier an und schafft die fehlende Transparenz: Jedes Unternehmen entlang der Lieferkette gibt seine individuellen Daten ins System ein und kann gleichzeitig die Informationen aller Vorstufen abfragen. Auch, wenn es zu einer Chargenvermischung kommt, hat zum Beispiel der Produzent auf diese Weise die Möglichkeit, die Daten der Schlachtung einzulesen und die Haltungsform aller in dem Verkaufsprodukt enthaltenen Chargen verlässlich zu prüfen.

Bildnachweis: F-Trace / Reinhard Rosendahl
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